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Thursday, December 11, 2025

Maria Eleonora's letter to Magnus Gabriel de la Gardie, dated April 6/16 (Old Style), 1648

Source:

Maria Eleonora van Brandenburg (1599-1655), koningin gemalin van Zweden, echtgenote van Gustaaf Adolf II van Zweden, 6 april 1648 en z.d. (G015-1375); Het huis Wasa in Polen, Zweden, Koerland; G015: Collectie Handschriften, 1e serie; Koninklijk Huisarchief, Den Haag

The Royal Collection, The Netherlands; G015-1375





The letter:

HochWo[hl]Geborner Herr Graff
Dem Selben VorHalt ich nicht Das ich Seine Vnterschietliche Schreiwen entfangen, Deswegen ich mich Kegen Dem Herren Graffen sehr Hochglich bedanke / Vndt mit sonderbaren freiden Dar bei sein gutt meinendes Hertz genuksan Zu erKenen Habe / Wie Woll ich es noch nimalß Von Dem Selben Vorschuldet Habe ich Vorsgier aber Den Herren Graffen Das solches Von mir nimals soll Vorgesen bleiben sondern ich werde mich ieder Zeit daHin bemühen Den Herren Graffen alle freindtschafft in Kegen Fahlle Wider Zu beZeigen Worim ich Werde Wisen Kinen Den Selben gutes Zu thun, Dan ich gleichsam Dar Zu Vorbunden bin, Weil Der Herr Graff meine Basse geHeirhat[et], Welche ich alle Zeit sehr Hochg geliebet [Vndt] Welche ich alle freintschafft noch ferner erWeisen Werde bis in mein ende, bitte auch sehr Höchglich Der Herr Graff wolle es in Keinen ibeln Vormerken Das ich Dem selben auf sein schreiben nicht alsobalt beandwortet dan Gott Weis Das auch meine grose Vnpaßlikeit Daran Vor Hindert in gleigen fall bitt ich Der Herr Graff wolle an meiner bestendigen Affec[t]ion in geringesten nicht Zweifflen sondern sich Vorsgiert Halten Das solange ich lebe Darein Werde Continowiren, ich bin Woll sehr Hoch erfreihet Das meine Hochgerte Hertz alder liebeste Tochtter Die Königin Den Herren Graffen Gustavvs Zu mir [h]eraus Vor etzlige sZeitt geschiken Dan Gott Weis Wie Hoch im Von meines Hoch Seligesten Königes Wegen in alle Zeit gelibet es Hat meine Hochgerte Tochtter mir Daran ein grose Vor[g]nigung gedhan Weill sie mir Kein liber pershon Hat schiken Kenen Dan im Vnt ich es in Hocgster Warheit in So Hochg nach rimen Kan Das ehr in allem so mein bestes Vnt Hocgsten Respekt gesucht Das ich in nu Vnt noch immer genuksam Dar Vor Vorgelten Kan, ich Habe Den selben woll nicht geren so balt Von mir lasen wollen aber ich Habe auf sein Vmstendiges bitten im nicht lengere Dirffen auf Halten Weill Ehr so Hoch Darum bei mir Darum angeHalten ich bin recht iber sein abreise betribet geWesen, ich Hof Der Herr Graff Wirt gleichmesige mir so Zugethan Vor bleiben Wie Der Herr Graff Gustavvs Wie ich Dan Zum beschlus gantz Hochglich im Will gebeten Haben ich Werde im gleichgen fall Kein Zweifel in im setzen Weill ich seh wie Hochg sich der Herr Graff Kegen mich erbiettet welches mich Dan sehr Hochg Vor Obligiret Vnt Vorsgire Dem Selben Das ich in Kegen teill bin Vndt Vorbleibe
Das Herren Graffen Seine
bestendige freindin bis
in mein grab.
Maria Eleonora MP
Stetin
Den 6 aprill
1648

mein Herr Graff ich bitte Der Selbe Wolle Seine Hochgeerte gemalin Vndt Dem Herren Graffen Gustavvs Gustavvs Sohn ser Hochglich meinent Wegen grissen Vnt im so Hoch Danken Vor alle Wolthat Die er mir erWiesen Welches ich rümen soll so lange ich lebe Vnt es mit Dank barem gemmüte erKene

À Monsieur,
Monsieur le Conte Magnus
de la Gardie.

With modernised spelling (with Maria Eleonora's spelling mistakes preserved as much as possible):

Hochwo[hl]geborner Herr Graf,
Demselben vorhalt' ich nicht, dass ich seine unterschiedliche Schreiwen [sic] entfangen [sic], deswegen ich mich gegen dem Herrn Grafen sehr hochlich [sic] bedanke und mit sonderbaren Freuden dabei sein gutmeinendes Herz genugsam zu erkennen habe, wiewohl ich es noch niemals von demselben vorschuldet [sic] habe. Ich vorschier [sic] aber den Herrn Grafen dass solches von mir niemals soll vorgessen [sic] bleiben, sondern ich werde mich jederzeit dahin bemühen, den Herrn Grafen alle Freundschaft in Gegenfalle wieder zu bezeigen; warum ich werde wissen können denselben Gutes zu tun, dann ich gleichsam dazu vorbunden [sic] bin, weil der Herr Graf meine Base geheirat[et], welche ich allzeit sehr hoch geliebt [und] welche ich alle Freundschaft noch ferner erweisen werde bis in mein Ende.

Bitte auch sehr höchlich, der Herr Graf wolle es in keinen übeln vormerken [sic], dass ich demselben auf sein Schreiben nicht also bald beantwortet; dann Gott weiß, dass auch meine große Unpasslichkeit daran vorhindert [sic] in gleichen Fall. Bitt' ich der Herr Graf wolle an meiner beständigen Affek[t]ion in geringsten nicht zweiflen [sic], sondern sich vorschiert [sic] halten, dass so lange ich lebe darein werde kontinuieren.

Ich bin wohl sehr hoch erfreut, dass meine hochgeehrte herzallerliebste Tochter die Königin den Herrn Grafen Gustavus zu mir [h]eraus für etzliche Zeit geschicken, dann Gott weiß wie hoch ihm von meines hochseligsten Königes wegen in alle Zeit geliebt. Es hat meine hochgeehrte Tochter mir daran ein große Vor[g]nügung [sic] getan, weil sie mir kein lieber Person hat schicken können dann ihm; und ich es in hochster [sic] Wahrheit in so hoch nachrühmen kann, dass er in allem so mein Bestes und hochsten [sic] Respekt gesucht, dass ich ihn nu und noch immer genugsam dafür vorgelten [sic] kann. Ich habe denselben wohl nicht gern so bald von mir lassen wollen, aber ich habe auf sein umständiges Bitten ihm nicht längere dürfen aufhalten, weil er so hoch darum bei mir darum angehalten [sic]. Ich bin recht über sein Abreise betrübt gewesen.

Ich hoffe, der Herr Graf wird gleichmässige mir so zugetan vorbleiben [sic] wie der Herr Graf Gustavus, wie ich dann zum Beschluss ganz hochlich [sic] ihm will gebeten haben. Ich werde im gleichen Fall kein Zweifel in ihm setzen, weil ich sehe wie hoch sich der Herr Graf gegen mich erbietet, welches mich dann sehr hoch vorobligiert [sic] und vorschire [sic] demselben dass ich in Gegenteil bin und vorbleibe [sic]
das Herrn Grafen [sic]
seine beständige Freundin bis in mein Grab
Maria Eleonora, m. p.
Stettin, den 6. April 1648.

Mein Herr Graf, ich bitte derselbe wolle seine hochgeehrte Gemahlin und dem Herrn Grafen Gustavus Gustafsson sehr hochlich [sic] meinentwegen grüssen und ihm so hoch danken für alle Wohltat die er mir erwiesen, welches ich rühmen soll so lange ich lebe, und es mit dankbarem Gemüte erkenne.

A Monsieur, Monsieur le comte Magnus de la Gardie.

With modernised spelling:

Hochwo[hl]geborner Herr Graf,
Demselben vorhalt' ich nicht, dass ich seine unterschiedliche Schreiben empfangen, deswegen ich mich gegen dem Herrn Grafen sehr höchlich bedanke und mit sonderbaren Freuden dabei sein gutmeinendes Herz genugsam zu erkennen habe, wiewohl ich es noch niemals von demselben verschuldet habe. Ich versicher aber den Herrn Grafen dass solches von mir niemals soll vergessen bleiben, sondern ich werde mich jederzeit dahin bemühen, den Herrn Grafen alle Freundschaft in Gegenfalle wieder zu bezeigen; warum ich werde wissen können denselben Gutes zu tun, dann ich gleichsam dazu verbunden bin, weil der Herr Graf meine Base geheirat[et], welche ich allzeit sehr hoch geliebt [und] welche ich alle Freundschaft noch ferner erweisen werde bis in mein Ende.

Bitte auch sehr höchlich, der Herr Graf wolle es in keinen Übeln vermerken, dass ich demselben auf sein Schreiben nicht also bald beantwortet; dann Gott weiß, dass auch meine große Unpasslichkeit daran verhindert in gleichen Fall. Bitt' ich der Herr Graf wolle an meiner beständigen Affek[t]ion in geringsten nicht zweifeln, sondern sich versichert halten, dass so lange ich lebe darein werde kontinuieren.

Ich bin wohl sehr hoch erfreut, dass meine hochgeehrte herzallerliebste Tochter die Königin den Herrn Grafen Gustavus zu mir [h]eraus für etzliche Zeit geschicken, dann Gott weiß wie hoch ihm von meines hochseligsten Königes wegen in alle Zeit geliebt. Es hat meine hochgeehrte Tochter mir daran ein große Ver[g]nügung getan, weil sie mir kein lieber Person hat schicken können dann ihm; und ich es in höchster Wahrheit in so hoch nachrühmen kann, dass er in allem so mein Bestes und höchsten Respekt gesucht, dass ich ihn nu und noch immer genugsam dafür vergelten kann. Ich habe denselben wohl nicht gern so bald von mir lassen wollen, aber ich habe auf sein umständiges Bitten ihm nicht längere dürfen aufhalten, weil er so hoch bei mir darum angehalten. Ich bin recht über sein Abreise betrübt gewesen.

Ich hoffe, der Herr Graf wird gleichmässige mir so zugetan verbleiben wie der Herr Graf Gustavus, wie ich dann zum Beschluss ganz höchlich ihm will gebeten haben. Ich werde im gleichen Fall kein Zweifel in ihm setzen, weil ich sehe wie hoch sich der Herr Graf gegen mich erbietet, welches mich dann sehr hoch verobligiert und vorsicher demselben dass ich in Gegenteil bin und verbleibe
des Herrn Grafen
seine beständige Freundin bis in mein Grab
Maria Eleonora, m. p.
Stettin, den 6. April 1648.

Mein Herr Graf, ich bitte derselbe wolle seine hochgeehrte Gemahlin und dem Herrn Grafen Gustavus Gustafsson sehr höchlich meinentwegen grüssen und ihm so hoch danken für alle Wohltat die er mir erwiesen, welches ich rühmen soll so lange ich lebe, und es mit dankbarem Gemüte erkenne.

A Monsieur, Monsieur le comte Magnus de la Gardie.

French translation (my own):

Monsieur le très noble comte,
Je tiens à vous informer que j'ai bien reçu vos diverses lettres, dont je vous remercie très vivement; j'y perçois, avec une joie particulière, la bienveillance de votre cœur, bien que je n'aie jamais rien fait pour la mériter de votre part. Toutefois, je vous assure que je n'oublierai jamais ce geste et que je m'efforcerai toujours, en retour, de vous témoigner toute mon amitié; je veillerai ainsi à vous rendre service, comme je suis tenue de le faire puisque vous avez épousé ma nièce — que j'ai toujours aimée et à qui je continuerai à témoigner toute mon amitié jusqu'à la fin de mes jours.

Je vous supplie également très humblement de ne pas prendre en mauvaise part le fait que je n'aie pas répondu plus tôt à votre lettre, car Dieu sait que ma grande indisposition m'en empêche. Je vous prie de ne pas douter le moins du monde de mon inviolable affection, et d'être assuré que j'y continuerai tant que je vivrai.

Je suis infiniment heureuse que ma très honorée et très chère fille, la reine, m'ait envoyé le comte Gustave pour quelque temps; car Dieu sait combien je l'ai toujours aimé, pour l'amour de mon feu roi. Ma très honorée fille m'a fait grand plaisir en agissant ainsi, car elle n'aurait pu m'envoyer personne qui me fût plus cher; et je puis affirmer en toute vérité qu'il a toujours eu à cœur mes intérêts et veillé à ce que je sois traitée avec le plus grand respect, à tel point que je saurais difficilement le récompenser à sa juste valeur. Je n'aurais pas voulu le laisser repartir si tôt, mais devant son insistance, je n'ai pu le retenir davantage, tant il m'en priait. Son départ m'a véritablement attristée.

J'espère que vous me témoignerez autant d'affection que le comte Gustave, car je compte beaucoup sur vous pour la décision à prendre. Je ne doute pas de vous à cet égard, voyant tout ce que vous entreprenez pour moi, ce dont je lui suis reconnaissante; et je lui assure qu'au contraire, je suis et resterai
de Monsieur le comte
l'amie fidèle jusqu'au tombeau
Marie-Éléonore, m. p.
Stetin, le 6 avril 1648.

Monsieur le comte, je vous prie de bien vouloir transmettre, de ma part, mes salutations les plus chaleureuses à votre très honorée épouse ainsi qu'au comte Gustave Gustafsson, et de remercier ce dernier très sincèrement pour toute la bienveillance dont il a fait preuve à mon égard — bienveillance que je louerai tant que je vivrai et que je reconnais avec gratitude.

A Monsieur, Monsieur le comte Magnus de la Gardie.

Swedish translation (my own):

Högvälbårne herr greve,
Jag undanhåller herr greven inte att jag har mottagit dess åtskilliga skrivelser, för vilka jag betackar mig herr greven mycket högeligen, och jag förnimmer med särskild glädje dess välmenande hjärta, ehuru jag aldrig har förtjänat det från honom. Men jag försäkrar herr greven att detta aldrig skall glömmas av mig, utan jag skall alltid beflita mig om att däremot betyga all vänskap till herr greven; därför skall jag veta att kunna göra honom gott, vartill jag är likaledes förbunden eftersom herr greven har gift sig med min systerdotter, som jag alltid har älskat högt och till vilken jag ytterligare skall fortsätta att bevisa all vänskap intill min ända.

Jag ber också högeligen herr greven att inte ta det illa upp att jag inte har svarat på dess skrivelse tidigare, ty Gud vet att min stora opasslighet hindrar mig från att göra det. Jag ber herr greven att inte tvivla det minsta på min beständiga tillgivenhet, utan att hålla sig försäkrad att jag skall fortsätta däri så länge jag lever.

Jag är väl mycket glad över att min högtärade och hjärtansallrakäraste dotter drottningen har sänt greve Gustaf till mig för en tid, ty Gud vet hur högt jag alltid har älskat honom, för min högsalige konungs skull. Min högtärade dotter har gjort mig en stor förnöjelse häri, ty hon kunde inte ha sänt någon person som var mig kärare än honom; och jag kan med den högsta sanning säga att han alltid har sökt mitt bästa och min högsta respekt i allt så mycket att jag knappt kan belöna honom nog för det. Jag ville inte gärna låta honom lämna mig så snart, men på grund av hans enträget bedjande har jag inte kunnat få hålla honom kvar längre, ty han hade bett mig om det så mycket. Jag var rätt bedrövad över hans avresa.

Jag hoppas att herr greven förblir lika tillgiven mot mig som greve Gustaf, vilket jag ganska högeligen gärna vill ha bett honom om i hans beslut. Jag skall i inget fall sätta tvivl på honom häri, ty jag ser hur mycket herr greven erbjuder sig för mig, vilket jag därför är honom förpliktad; och jag försäkrar honom att jag tvärtom är och förblir
herr grevens
beständiga väninna intill min grav
Maria Eleonora, m. p.
Stettin, den 6 april 1648.

Herr greve, jag ber Er att varmt hälsa Er högtärade gemål och greve Gustaf Gustafsson å mina vägnar och tacka honom så högt för all den välgärning han visat mig, vilken jag skall prisa så länge jag lever, och jag erkänner den med ett tacksamt gemyt.

Till monsieur, herr greve Magnus de la Gardie.

English translation (my own):

High- and Well-Born Lord Count,
I do not withhold from you that I have received your various letters, for which I very greatly thank my Lord Count, and I do quite perceive from them with particular joy your well-meaning heart, although I have never deserved it from you. But I assure my Lord Count that this shall never be forgotten by me, but I shall always strive to testify all friendship to my Lord Count in return; wherefore I will know to be able to do you good, as I am obliged to do because my Lord Count has married my niece, whom I have always loved very much and to whom I shall still further continue to prove all friendship until my end.

I also greatly beg my Lord Count not to take it badly that I have not replied to your letter sooner, for God knows that my great indisposition prevents me from doing so. I beg my Lord Count not to doubt my steadfast affection in the slightest, but keep yourself assured that I will continue in it as long as I live.

I am really very greatly delighted that my highly honoured and most dearly beloved daughter the Queen has sent Count Gustaf to me for a time, as God knows how much I have always loved him, for the sake of my late King. My highly honoured daughter has done me a great pleasure in this, for she could have sent no person dearer to me than him; and I can say with the highest truth that he has always sought my best interests and my highest respect in everything so much that I can scarcely reward him enough for it. I would not gladly let him leave me so soon, but because of his constant begging I have not been able to detain him any longer, as he had been asking me for it so much. I was truly saddened at his departure.

I hope my Lord Count will remain as affectionate to me as Count Gustaf is, as I want to have very greatly asked of him in his decision. I will not doubt him in this matter, as I see how much my Lord Count undertakes for me, which I am therefore obliged to him for; and I assure him that, on the contrary, I am and will remain
my Lord Count's
constant friend until my grave
Maria Eleonora, m. p.
Stettin, April 6, 1648.

My Lord Count, I beg you to want to very heartily greet your highly honoured wife and Count Gustaf Gustafsson on my behalf and to thank him most sincerely for all the kindness he has shown me, which I shall praise as long as I live, and I acknowledge it with a grateful feeling.

To Monsieur, the Lord Count Magnus de la Gardie.


Above: Maria Eleonora.


Above: Kristina.


Above: Magnus Gabriel de la Gardie with Marie Euphrosyne.

Notes: dann = denn.

Stettin is the German name for the city of Szczecin in what is now the West Pomeranian Voivodeship in Poland.

As I figured out what Maria is saying in this letter while I was transcribing and translating it, I found her words very sweet and touching and I could feel the emotion and care she put into them. It was also sweet to find that she loved Gustaf Gustafsson too, regardless of the fact that he was not her biological son (he was born to Margareta Slots-Cabeljau in 1616, two years before Maria met Gustav Adolf and four years before they were married).

Kristina's handwritten letter to Maria Eleonora, written between 1645 and 1648

Source:

Riksarkivet, pages 38 to 39 in K 85; Ingångna skrivelser; Drottning Maria Eleonora; Svenska drottningars arkivaliesamlingar i riksarkivet; Kungliga arkiv




The letter:

Durchleu[ch]tige Königin, Hochgeerte
Hert[z] libste Frav Mutter,
Jch mus beKennen das, in abferti[g]ung des Petter forbi Jch Wol etWas Zu lange Ver Weillet, Hoffe aber E Mtt. Werden es Zum besten Vormerken Wen sie Consideriren die vngelegen heit diser Zeiten Welche, nur fast Keine stunde rhu[e] geben nach meinen Wünsch für expedition im ehr folgen Zu besse[r]n, Was anbelanget die emter so E Mtt Von mir begeren in Pommeren theil hafft Zu Werden, So Kan Jch E Mtt Vorsichren das es meine Hogste freude Were ahn E Mtt. Hertzen Contentement Zu arbeiten, Vndt Hette mich auch dismal gern darauff resolviret, Wan es Sich durch des forbi Person (als einen der E Mtt mitt Keinen dinste dinst obligiret ist) Sich hett[e] Thun lassen, aber Jch Habe die antWort ferWeillet Weil Jch gern Wolte das E M an dem ortt also solten erhalten Werden das ess E Mtt. Vndt Mir Keinne schade Were, Worum dan Jch mitt E. Mtten. oder des Churfursten Ldn., b[e]dienten (Wo Jemant in der sache her geschicket Were / in Welchen fal, ich hoffe in der tatt zu er W[e]issen meine hertzliche beg[i]erd[e] E. Mtt. in allen mughlichen dingen Zu Wi[l]farren, Vndt mit der tat Zu erWeissen das [ich] bin Vndt Vorbleibe bis ins tott
E Mtt
dinstWillige ge
horsame tochter
Christina mp

With modernised spelling (with Kristina's spelling mistakes preserved as much as possible):

Durchlau[ch]tige Königin,
Hochgeehrte, herzliebste Frau Mutter,
Ich müss bekennen dass, in Abferti[g]ung des Peter Forbi, ich wohl etwas zu lange verweilt; hoffe aber Eure Majestät werden es zum Besten vormerken [sic], wenn sie konsiderieren die Ungelegenheit dieser Zeiten, welche nur fast keine Stunde Rhu[e] [sic] geben nach meinen Wünsch für Expedition im Erfolgen zu besse[r]n.

Was anbelangt die Ämter so Eure Majestät von mir begehren in Pommeren [sic] teilhaft zu werden, so kann ich Eurer Majestät vorsichren [sic], dass es meine hogste [sic] Freude wäre an Eurer Majestät Herzen Kontentement zu arbeiten; und hätte mich auch diesmal gern darauf resolviert, wann es sich durch des Forbi Person (als Einen der Eurer Majestät mit keinen Dienst obligiert ist) sich hätt[e] tun lassen. Aber ich habe die Antwort ferweilt [sic], weil ich gern wollte, dass Eure Majestät an dem Ort also sollten erhalten werden, dass es Eurer Majestät und mir keine Schade wäre, worum dann ich mit Eurer Majestäten oder des Kurfursten [sic] Liebden B[e]dienten (wo jemand in der Sache her geschickt wäre) — in welchen Fall ich hoffe in der Tat zu erw[e]isen meine herzliche Beg[i]erd[e], Eurer Majestät in allen muglichen [sic] Dingen zu wi[ll]fahren und mit der Tat zu erweisen, dass [ich] bin und vorbleibe [sic] bis in's Tod
Eurer Majestät
dienstwillige, gehorsame Tochter
Christina, m. p.

With modernised spelling:

Durchlau[ch]tige Königin,
Hochgeehrte, herzliebste Frau Mutter,
Ich müss bekennen dass, in Abferti[g]ung des Peter Forbi, ich wohl etwas zu lange verweilt; hoffe aber Eure Majestät werden es zum Besten vermerken, wenn sie konsiderieren die Ungelegenheit dieser Zeiten, welche nur fast keine Stunde Ruh[e] geben, nach meinen Wünsch für Expedition im Erfolgen zu besse[r]n.

Was anbelangt die Ämter so Eure Majestät von mir begehren in Pommern teilhaft zu werden, so kann ich Eurer Majestät versichern, dass es meine höchste Freude wäre an Eurer Majestät Herzen Kontentement zu arbeiten; und hätte mich auch diesmal gern darauf resolviert, wann es sich durch des Forbi Person (als Einen der Eurer Majestät mit keinen Dienst obligiert ist) sich hätt[e] tun lassen. Aber ich habe die Antwort verweilt, weil ich gern wollte, dass Eure Majestät an dem Ort also sollten erhalten werden, dass es Eurer Majestät und mir keine Schade wäre, worum dann ich mit Eurer Majestäten oder des Kurfürsten Liebden B[e]dienten (wo jemand in der Sache her geschickt wäre) — in welchen Fall ich hoffe in der Tat zu erw[e]isen meine herzliche Beg[i]erd[e], Eurer Majestät in allen möglichen Dingen zu wi[ll]fahren und mit der Tat zu erweisen, dass [ich] bin und verbleibe bis in's Tod
Eurer Majestät
dienstwillige, gehorsame Tochter
Christina, m. p.

French translation (my own):

Sérénissime Reine,
Madame ma très honorée, très chère Mère,
Je dois confesser que, dans l'expédition de Pierre Forbus, je me suis quelque peu attardée, peut-être un peu trop longtemps; mais j'espère que Votre Majesté l'interprétera de la manière la plus favorable, en considérant les inconvénients de l'époque actuelle, qui ne m'accorde guère une heure de paix, ainsi que mon souhait d'assurer le succès de l'expédition.

Pour ce qui est des districts de Poméranie que Votre Majesté désire obtenir de ma part, je puis assurer à Votre Majesté qu'il serait ma plus grande joie d'œuvrer à combler le cœur de Votre Majesté; et je me serais volontiers résolu à le faire en cette occasion également, s'il avait été possible d'y parvenir par l'entremise de la personne de Forbus (lui qui n'est obligé à Votre Majesté d'aucun service). Mais j'ai différé ma réponse, car je souhaitais vivement que Votre Majesté fût accueillie en ce lieu d'une manière qui ne causât de préjudice ni à Votre Majesté ni à moi-même; c'est pourquoi je préférerais en discuter avec les serviteurs de Votre Majesté ou ceux de Sa Dilection l'électeur (au cas où quelqu'un serait dépêché ici au sujet de cette affaire) — en pareil cas, j'espère démontrer par les actes mon désir sincère d'obéir à Votre Majesté en toute chose possible, et prouver par les faits que je suis et demeure, jusqu'à la mort,
de Votre Majesté
la servile, obéissante fille
Christine, m. p.

Swedish translation (my own; using some archaic language):

Durchlauchtigaste Drottning,
Högtärade, hjärtanskäraste Frumoder,
Jag måste bekänna att jag, i Peter Forbus' avfärdigande, har dröjt något för länge; men jag hoppas att Ers Majestät förmärker det till det bästa när Ni konsidererar olägenheten i dessa tider, som fast ger en ingen stunds ro, och min önskan om att expeditionens framgång skulle bättras.

Vad anbelangar de ämter i Pommern som Ers Majestät begär bli delhavande av mig, så kan jag försäkra Ers Majestät att det vore min högsta fröjd att arbeta för att bringa kontentement till Ers Majestäts hjärta; och jag skulle gärna ha resolverat mig därpå ock vid detta tillfälle om detta hade låtit sig göras genom Forbus' person (en som inte är Ers Majestät obligerad genom någon tjänst). Men jag har dröjt med mitt svar, ty jag gärna ville att Ers Majestät skulle bli emottagen på den orten på ett sådant sätt att det inte vore någon skada för vare sig Ers Majestät eller mig, varom jag då föredrar med Ers Majestäts eller Hans Kärlighet kurfurstens betjänta (om någon vore skickad hit i denna sak) — i ett sådant fall hoppas jag i gärningar ervisa mitt hjärtliga begär att villfara Ers Majestät i alla möjliga ting och i gärningar ervisa att jag är och förblir intill döden
Ers Majestäts
tjänstvilliga, hörsamma dotter
Kristina, m. p.

English translation (my own):

Most Serene Queen,
My highly honoured, dearly beloved Lady Mother,
I must confess that, in the dispatch of Peter Forbus, I have well tarried somewhat too long; but I hope that Your Majesty will take it in the best way when you consider the inconvenience of these times, which scarcely give one an hour of peace, and my wish for improving the success of the expedition.

As concerns the districts in Pomerania which Your Majesty desires to obtain from me, I can assure Your Majesty that it would be my greatest joy to work to bring contentment to Your Majesty’s heart; and I would gladly have resolved myself to do so on this occasion, too, had it been feasible to accomplish this through Forbus' person (him being one who is not obliged to Your Majesty with any service). But I have delayed my reply because I gladly wanted Your Majesty to be received in that place in such a manner as would cause no harm to either Your Majesty or myself, which I would therefore prefer to discuss with Your Majesty's servants or those of His Lovingness the Elector (should anyone be dispatched hither regarding this affair) — in such a case, I hope to show in deed my heartfelt desire to obey Your Majesty in all possible things and to prove in deed that I am and remain until death
Your Majesty's
servile, obedient daughter
Kristina, m. p.


Above: Kristina.


Above: Maria Eleonora.

Notes: teilhaft = teilhaftig.

wann = wenn.

Kristina's handwritten letter to Maria Eleonora, written between 1645 and 1648

Source:

Riksarkivet, pages 36 to 37 in K 85; Ingångna skrivelser; Drottning Maria Eleonora; Svenska drottningars arkivaliesamlingar i riksarkivet; Kungliga arkiv




The letter:

Durchleuchtige Hochgeborne Konigin Her nebste
Hochgerte Frau Mutter.
Es hat der Von Ostau auff E Mtt befel alhier beij mir Sollicitiret Von Wegen das ah[m]t Wollin auff das gedachtes ahmt E Mtt mochte eingereummet Werden vm aldar eine Zeit lang mit Jhre hoffhaltung Zu Verbleiben. Hier auff hab Jch nicht Vnterlassen Können E Mtt meine Wol meinte meinung auff Zu decken Vndt mitt disen Weinigen Worten meine resolution Zu geben, demutigst bittent, mirs nicht vbel auff Zu nemen das ich E Mtt in diser schahe / so Wol als in eil der Recommendation fur des Churfursten Ld.n / nicht habe Wilfaren Konnen, Vndt sich Vorsicheren, das Wo das das erst Nutzlich Vndt reputirlich Were, Vndt das andre beij diser Zeit beschaffenheit mir mughlich geWest (ohne præiuditz Von mir Vndt meinen stat Zu practicie[r]en so Were mir nichts libers geWest als E M Hier als in andern ein gehorsames Contentement Zu thun, Vndt bitte deroWegen demutig E. Mtt gerhurn dises nachfolgendes Zu behert[z]igen, Vndt dise Weinige Worte mitt patience Audience Zu Vorstaten dieWe[i]l sie allein dahin Zeilen das E. Mtt. da durch mögen Vorschichert sein das nichtes mihr liber Vndt Considerabeler Jst als E. Mtt respect ehre Vndt reputation. Es ist E Mtt leider gottes mihr Wol beKant in Was grosse pericquel Pommeren in diser Kriges Zeit geraten, Wie offt es Von feinde Vndt den vnsserigen selbes ruiniret Worden Vndt Consequenter dis amt auch seinen theil beKommen also das es nuhr bastant sein sol E M nach gebur Jhre noth durft Zu geben, also das Jch billich furchte das das landes armuth E. Mtt so Viel Difficulteten geben Wirt das ich es nicht g[e]nugsam beschreiben Kan, Jch Wolte Wol Wunschen das es so da mitt beschaffen Were, das Jch es mitt Ehre E M schenken, [...] Vndt E Mt es mit reputation beWhonen Konte, di[e]Weil es ein Orth Von so Sch[l]echter Consideration [ist] das es [eine] schande Were E M abZus[ch]lagen, Wen es nicht alle Zeit des Kriges gefer, vnter Worfen Were, also das E Mtt es nimmeer in ruhe Werden possidiren Konnen, sondren allezeit [in] das furcht leben das E M ettWas feindtliches geraten, mochte Wil derenthalben mir nicht anste[he]n, das ich Zu lassen Wsolte das meine Fraumutter das feindes Wutten VnterWorfen sein solte, Sondren Wolte Wunschen das E M sich Wolte gefallen lassen so lange in ihr Vetterliches haus Zu Vor Weilen, bis es E. Mt ein mal gefallen möchte sich Wider Zuruck zu begeben nacher S[ch]ueden / Welches tif den hertzlich Wun[s]che das es E M beliben tet / al Wo E M mit Högster devotion Vndt respect solten veneriret Werden, Mitler zeit aber Wil mich bedunKen es beij ans E M nutzen Vndt respect besten dig beij ihren VorWantes Zu bleiben. ich meines teils bitt Fleisig sie Woll diese meine excuse admittiren Vndt Vorsichert sein das alles einigh Vndt allein Zu E M ehr Vndt nutz angesehen ist. Vndt thu E M hie mit dem Hogsten empfolen, Vnd Vorbleibe Wie ich allzeit g[e]West
E Mtt
demutige gehor
same tochter
Christina mp

With modernised spelling (with Kristina's spelling mistakes preserved as much as possible):

Durchlauchtige, hochgeborene Königin,
hernebst hochgeehrte Frau Mutter,
Es hat der von Ostau auf Eurer Majestät Befehl allhier bei mir sollizitiert von wegen das A[m]t Wollin, auf das gedachtes Amt Eure Majestät möchte eingeräumt werden, um allda eine Zeit lang mit ihre Hofhaltung zu verbleiben.

Hierauf hab' ich nicht unterlassen können, Eure Majestät meine wohlmeinte Meinung aufzudecken und mit diesen weinigen [sic] Worten meine Resolution zu geben; demutigst [sic] bittend, mir's nicht ubel [sic] aufzunehmen, dass ich Eurer Majestät in dieser Schahe [sic], sowohl als in Eil der Rekommandation für des Kurfursten [sic] Liebden, nicht habe willfahren konnen [sic], und sich vorsicheren [sic], dass wo dass das Erst nützlich und reputierlich wäre, und das andre bei dieser Zeit Beschaffenheit mir muglich gewest [sic] (ohne Präjudiz von mir und meinen Staat zu praktizie[r]en), so wäre mir nichts liebers gewest als Eurer Majestät hier als in andern ein gehorsames Kontentement zu tun; und bitte derowegen demutig [sic] Eure Majestät gerhurn [sic] dieses Nachfolgendes zu beherzigen und diese weinige Worte [sic] mit Patienz Audienz zu vorstatten [sic], diewe[i]l sie allein dahin zeilen [sic], dass Eure Majestät dadurch mögen vorschichert [sic] sein, dass nichtes mir lieber und konsiderabler ist, als Eurer Majestät Respekt, Ehre und Reputation.

Es ist Eure Majestät, leider Gottes, mir wohlbekannt in was große Perikel Pommeren [sic] in dieser Kriegszeit geraten, wie oft es von Feinde und den unserigen selbes ruiniert worden und consequenter dies Amt auch seinen Teil bekommen — also dass es nur bastand sein, soll Eure Majestät nach Gebuhr [sic] ihre Notdurft zu geben, also dass ich billig furchte [sic], dass das Landes Armut Eurer Majestät so viel Diffikultäten geben wird, dass ich es nicht g[e]nugsam beschreiben kann.

Ich wollte wohl wunschen [sic], dass es so damit beschaffen wäre, dass ich es mit Ehre Eure Majestät schenken und Eure Majestät es mit Reputation bewohnen konnte, di[e]weil es ein Ort von so sch[l]echter Konsideration [ist], dass es [eine] Schande wäre, Eurer Majestät abzus[ch]lagen, wenn es nicht allzeit des Kriegsgefähr unterworfen wäre; also dass Eure Majestät es nimmer in Ruhe werden possidieren können, sondren [sic] allzeit [in] das Furcht leben, dass Eure Majestät etwas feindliches geraten mochte.

Will derenthalben mir nicht anste[he]n, dass ich zulassen sollte, dass meine Frau Mutter das Feindes Wuten unterworfen sein sollte, sondren wollte wunschen [sic], dass Eure Majestät sich wollte gefallen lassen so lange in ihr vetterliches Haus zuvor weilen, bis es Eurer Majestät einmal gefallen möchte, sich wieder zurück zu begeben nachher S[ch]weden (welches tief den herzlich Wun[s]che [sic], dass es Eure Majestät belieben tät[e]), allwo Eure Majestät mit högster [sic] devotion und Respekt sollten veneriert werden.

Mittlerzeit aber will mich bedünken, es bei an's Eurer Majestät Nutzen und Respekt beständig bei ihren Vorwantes [sic] zu bleiben. Ich meines Teils bitt' fleißig, sie wolle diese meine Exküse admittieren und vorsichert [sic] sein, dass alles einig und allein zu Eurer Majestät Ehr und Nutz angesehen ist; und tue Eurer Majestät hiemit dem Hogsten [sic] empfohlen und vorbleibe [sic], wie ich allzeit g[e]west,
Eurer Majestät
demütige, gehorsame Tochter
Christina, m. p.

With modernised spelling:

Durchlauchtige, hochgeborene Königin,
hernebst hochgeehrte Frau Mutter,
Es hat der von Ostau auf Eurer Majestät Befehl allhier bei mir sollizitiert von wegen das A[m]t Wollin, auf das gedachtes Amt Eure Majestät möchte eingeräumt werden, um allda eine Zeit lang mit ihre Hofhaltung zu verbleiben.

Hierauf hab' ich nicht unterlassen können, Eure Majestät meine wohlmeinte Meinung aufzudecken und mit diesen wenigen Worten meine Resolution zu geben; demütigst bittend, mir's nicht übel aufzunehmen, dass ich Eurer Majestät in dieser Sache, so wohl als in Eil der Rekommandation für des Kurfürsten Liebden, nicht habe willfahren können, und sich versichern, dass wo dass das Erst nützlich und reputierlich wäre, und das andre bei dieser Zeit Beschaffenheit mir möglich gewest (ohne Präjudiz von mir und meinen Staat zu praktizie[r]en), so wäre mir nichts liebers gewest als Eurer Majestät hier als in andern ein gehorsames Kontentement zu tun; und bitte derowegen demütig Eure Majestät gern dieses Nachfolgendes zu beherzigen und diese wenige Worte mit Patienz Audienz zu verstatten, diewe[i]l sie allein dahin zielen, dass Eure Majestät dadurch mögen versichert sein, dass nichtes mir lieber und konsiderabler ist, als Eurer Majestät Respekt, Ehre und Reputation.

Es ist Eure Majestät, leider Gottes, mir wohlbekannt in was große Perikel Pommern in dieser Kriegszeit geraten, wie oft es von Feinde und den unserigen selbes ruiniert worden und consequenter dies Amt auch seinen Teil bekommen — also dass es nur bastand sein, soll Eure Majestät nach Gebühr ihre Notdurft zu geben, also dass ich billig fürchte, dass das Landes Armut Eurer Majestät so viel Diffikultäten geben wird, dass ich es nicht g[e]nugsam beschreiben kann.

Ich wollte wohl wünschen, dass es so damit beschaffen wäre, dass ich es mit Ehre Eure Majestät schenken und Eure Majestät es mit Reputation bewohnen konnte, di[e]weil es ein Ort von so sch[l]echter Konsideration [ist], dass es [eine] Schande wäre, Eurer Majestät abzus[ch]lagen, wenn es nicht allzeit des Kriegsgefähr unterworfen wäre; also dass Eure Majestät es nimmer in Ruhe werden possidieren können, sondern allzeit [in] das Furcht leben, dass Eure Majestät etwas feindliches geraten mochte.

Will derenthalben mir nicht anste[he]n, dass ich zulassen sollte, dass meine Frau Mutter das Feindes Wuten unterworfen sein sollte, sondern wollte wünschen, dass Eure Majestät sich wollte gefallen lassen so lange in ihr vetterliches Haus zuvor weilen, bis es Eurer Majestät einmal gefallen möchte, sich wieder zurück zu begeben nachher S[ch]weden (welches tief den herzlich Wün[s]che, dass es Eure Majestät belieben tät[e]), allwo Eure Majestät mit höchster devotion und Respekt sollten veneriert werden.

Mittlerzeit aber will mich bedünken, es bei an's Eurer Majestät Nutzen und Respekt beständig bei ihren Verwantes zu bleiben. Ich meines Teils bitt' fleißig, sie wolle diese meine Exküse admittieren und versichert sein, dass alles einig und allein zu Eurer Majestät Ehr und Nutz angesehen ist; und tue Eurer Majestät hiemit dem Höchsten empfohlen und verbleibe, wie ich allzeit g[e]west,
Eurer Majestät
demütige, gehorsame Tochter
Christina, m. p.

French translation (my own):

Sérénissime, bien née Reine,
et Madame ma très honorée Mère,
Von Ostau m'a sollicité ici, sur l'ordre de Votre Majesté, au sujet du district de Wollin, demandant que ledit district soit concédé à Votre Majesté, afin qu'elle puisse y résider quelque temps avec sa cour.

A la lumière de ce qui précède, je n'ai pu me dispenser de faire part à Votre Majesté de mon opinion, dictée par la meilleure intention, et de lui exposer, en ces quelques mots, ma résolution; la suppliant humblement de ne point prendre en mauvaise part le fait que je n'aie pu obéir promptement à Votre Majesté en cette affaire, ni accéder à la recommandation faite en faveur de Sa Dilection l'électeur; et je prie Votre Majesté de tenir pour certain que, si la première démarche eût été avantageuse et honorable, et si la seconde — eu égard aux circonstances actuelles — m'eût été possible (sans porter préjudice à ma personne ou à mon état), rien ne m'eût été plus agréable que de donner à Votre Majesté un témoignage d'obéissance et de satisfaction, en cette occasion comme en toutes les autres. Je supplie donc humblement Votre Majesté de bien vouloir accueillir favorablement ces propos et d'accorder patiemment audience à ces quelques mots, car ils n'ont d'autre but que d'assurer Votre Majesté que rien ne m'est plus cher ni plus précieux que le respect, l'honneur et la réputation de Votre Majesté.

Il m'est, hélas, Votre Majesté, parfaitement connu dans quel grand péril la Poméranie est tombée en cette période de guerre, combien de fois elle a été ravagée tant par l'ennemi que par nos propres gens ; et, par voie de conséquence, cette contrée a elle aussi reçu sa part de malheurs. Il s'avère dès lors si ardu de fournir à Votre Majesté ce dont elle a besoin — ainsi que l'exigent les circonstances — que je crains, à juste titre, que la misère de ce pays ne suscite pour Votre Majesté tant de difficultés qu'il me serait impossible de les décrire de manière adéquate.

Je souhaiterais vivement que les circonstances fussent telles que je pusse l'offrir à Votre Majesté, et que Votre Majesté pût l'habiter avec honneur; car c'est un lieu d'une si piètre considération qu'il serait déshonorant de le refuser à Votre Majesté, n'était-ce qu'il demeure perpétuellement exposé aux périls de la guerre. Ainsi, Votre Majesté ne la saurait jamais posséder en paix, mais vivrait sans cesse dans la crainte de voir quelque hostilité s'abattre sur elle.

Par égard pour elle, je ne voudrais point que ce fût par ma faute que Madame ma Mère se trouvât exposée à la fureur de l'ennemi; je souhaiterais plutôt qu'il plût à Votre Majesté de s'attarder quelque temps en la demeure auprès de son neveu, jusqu'à ce qu'il plaise un jour à Votre Majesté de regagner la Suède (laquelle forme le vœu le plus profond et le plus sincère de voir Votre Majesté agir ainsi), où elle serait vénérée avec la plus haute dévotion et le plus grand respect.

Mais cependant il me semble que, pour le bien et le respect dus à Votre Majesté, elle devrait demeurer encore auprès de ses proches. Pour ma part, je lui supplie instamment d'accueillir cette excuse et d'être assurée que toute chose est envisagée uniquement pour l'honneur et le bien de Votre Majesté; et par ces présentes, je recommande Votre Majesté au Très-Haut et demeure, comme je l'ai toujours été,
de Votre Majesté
la humble et obéissante fille
Christine, m. p.

Swedish translation (my own; using some archaic language):

Durchlauchtigaste, högborna Drottning,
härnäst högtärade Frumoder,
Von Ostau har, på Ers Majestäts befallning, solliciterat mig här angående amtet Wollin och begärt att nämnda amt beviljas Ers Majestät, så att Ni kan förbli där en tid med Ert hovhushåll.

Härpå har jag inte kunnat underlåta att för Ers Majestät upptäcka min välmenta mening och att med dessa få ord ge min resolution, ödmjukast bedjande Er att inte ta det illa upp att jag inte snabbt har kunnat villfara Ers Majestät häri eller i rekommendationen för Hans Kärlighet kurfursten, och att Ers Majestät försäkrar Er om att, om det första hade varit nyttigt och reputerligt, och om det andra hos denna tids beskaffenhet hade varit möjligt för mig (utan att praktisera prejudis till mig eller min stat), skulle ingenting ha varit mig kärare än att göra Ers Majestät ett hörsamt kontentement vid detta tillfälle liksom vid alla andra; och jag ber därför ödmjukt Ers Majestät att gärna behjärta detta följande och med patiens tillåta dessa få ord audiens, ty de syftar enbart till för att Ers Majestät må vara försäkrad att ingenting är mig kärare eller konsiderablare än Ers Majestäts respekt, ära och reputation.

Det är, Ers Majestät, Gud beklageligen, mig välkänt för mig vilken stor perikel Pommern har råkat i under denna krigstid, hur ofta det har blivit ruinerat av fiender och våra egna, och följaktligen har även detta amt fått sin del — det är alltså endast bastant att man skall ge Ers Majestät Er nödtorft efter gebör, så att jag billigt fruktar att landets armod kommer att ge Ers Majestät så många diffikulteter att jag inte nogsamt kan beskriva dem.

Jag skulle väl önska att det var så beskaffat att jag kunde skänka det till Ers Majestät och att Ers Majestät kunde bevåna det med reputation, ty det är en ort av så slät konsideration att det vore en skand att avslå Ers Majestät den, om det inte alltid var krigsfaror underkastad; alltså skulle Ers Majestät aldrig kunna possedera det i ro, utan alltid leva i fruktan för något fientligt.

För hennes skull vill jag inte att det står mig an att min frumoder skulle bli fiendens vrede underkastad, utan skulle önska att Ers Majestät må behaga vila en tid i Ers brorsons hus tills det engång må behaga Ers Majestät att bege sig tillbaka till Sverige (vilket är dess djupa och hjärtliga önskan att Ers Majestät göre det), varest Ers Majestät skulle bli venererad med den högsta devotion och respekt.

Men emellertyd låter jag mig betycka att Ers Majestät, för Er nytta och respekt, beständigt skall stanna hos hennes förvanter. För min del ber jag Er flitigt att admittera denna min exkys och att vara försäkrad att allt enbart anses vara till Ers Majestäts ära och nytta; och jag gör härmed Ers Majestät till den Högste befallad och förblir, som jag alltid har varit,
Ers Majestäts
ödmjuka, hörsamma dotter
Kristina, m. p.

English translation (my own):

Most Serene, High-Born Queen,
and highly honoured Lady Mother,
Von Ostau has, by Your Majesty’s command, solicited me here regarding the district of Wollin, requesting that said district be granted to Your Majesty, so that you may reside there for a time with your court household.

In light of this, I have not been able to neglect discovering to Your Majesty my well-meant opinion and to give, in these few words, my resolution, humbly begging you not to take it badly that I have not been able to quickly obey Your Majesty in this matter, or in the recommendation for His Lovingness the Elector, and that Your Majesty assure yourself that, had the former course of action been beneficial and reputable, and had the latter — given the current time — been possible for me (without practicing prejudice to myself or my state), nothing would have pleased me more than to do Your Majesty an obedient contentment on this occasion as on all others; and I therefore humbly beg Your Majesty to gladly take the following to heart and to patiently permit these few words an audience, for they aim solely to assure Your Majesty that nothing is dearer or more considerable to me than Your Majesty's respect, honour and reputation.

It is, alas, Your Majesty, well known to me what great peril Pomerania has fallen into during this time of war, how often it has been ruined by enemies and our own people, and consequently this district has also received its share — it is thus only enough that one give Your Majesty what you need, as is required, so that I rightly fear that the poverty of the land will give Your Majesty so many difficulties that I cannot sufficiently describe them.

I would well wish that matters stood such that I could give it to Your Majesty and that Your Majesty could inhabit it with reputation, for it is a place of such bad consideration that it would be a disgrace to refuse it to Your Majesty, were it not always subjected to the dangers of war. Your Majesty would thus never be able to possess it in peace, but would instead always live in fear of some hostility befalling you.

For her sake, I do not want it to be because of me that my Lady Mother should be subjected to the enemy's fury, but I would wish that Your Majesty might please to linger for a time in your nephew's house until it might sometime please Your Majesty to leave back to Sweden (which is its deep and heartfelt wish that Your Majesty do so), where Your Majesty would be venerated with the highest devotion and respect.

But in the meantime it seems to me that, for Your Majesty's benefit and respect, you should still remain with her relations. For my part, I diligently beg you to admit of this my excuse and to be assured that everything is considered solely for Your Majesty's honour and benefit; and I hereby commend Your Majesty to the Most High, and I remain, as I always have been,
Your Majesty's
humble, obedient daughter
Kristina, m. p.


Above: Kristina.


Above: Maria Eleonora.

Notes: Wollin is the German name for the Polish island of Wolin in the Baltic Sea.

From this and other of Kristina's handwritten German letters, Kristina seems to occasionally use nonstandard or dialectal forms (such as "glaubt" instead of "geglaubt" and "gewest" instead of "gewesen").

Kristina's handwritten letter to Maria Eleonora, dated April 17/27 (Old Style), 1648

Source:

Riksarkivet, page 24 in K 85; Ingångna skrivelser; Drottning Maria Eleonora; Svenska drottningars arkivaliesamlingar i riksarkivet; Kungliga arkiv



The letter:

Durchlauchtigste Hochgeborne Könighin
Hochgeerthe Hertzlibe Frau Muther.
E. Mt. Für dis-mal mit mei[n]em dhemutighen schreiben auffZuWarten Veranlasset mir das Verreissen des Sec.te Schillers, Welcher sich auff der reisse VerFüget vm E. Mt. seine Vnter tenigste dienste Zu offeriren, dieWeil ich Keines Weges Zve[i]fle, das Wo Ferne E. Mt. sich solte geFellen lassen sich seinen Zu gebrauchen, Wirdt Er Ohne Zv[e]ifel seinen Schuldikeit nach E Mt in aller tr[eu]en Vndt Fleis Wissen auffZuWarten, Jch habe Meines theils meiner Schuldikeit Zu sein Erachtet E Mt beij diser occasion Jhm Zu recommendiren, E. Mt. darbeij Zu Versichern die Continuation des Kindtlichens respect, Vndt veneration so Jch E M trraghe, dhemutigst bitend mir die faveur Zu erWeissen Vndt Zu glauben das ich mich befleissighen We[r]dhe die gnade Von gott Zu erlangen vm Würdigh genennet Zu Werden
E. Mt dhemutigste gehorsame tochter
Christina.
StockHolm den 17 April 1648

With modernised spelling (with Kristina's spelling mistakes preserved as much as possible):

Durchlauchtigste, hochgeborene Königin,
Hochgeehrte, herzliebe Frau Mutter,
Eure Majestät für dies Mal mit mei[n]em demütigen Schreiben aufzuwarten veranlasst mir das Verreisen des Sekretarie Schillers, welcher sich auf der Reise verfügt, um Eurer Majestät seine untertänigste Dienste zu offerieren; dieweil ich keinesweges [sic] zwe[i]fle dass, wofern Eurer Majestät sich sollte gefallen lassen, sich Seinen zu gebrauchen, wird er ohne Zw[e]ifel seinen Schuldigkeit nach Eurer Majestät in aller Tr[eu]en und Fleiß wissen aufzuwarten.

Ich habe meines Teils meiner Schuldigkeit zu sein erachtet, Eurer Majestät bei dieser Occasion ihm zu rekommandieren, Eurer Majestät dabei zu versichern die Kontinuation des kindlichens [sic] Respekt und Veneration so ich Eure Majestät trrage [sic]; demütigst bittend mir die Favör zu erweisen und zu glauben, dass ich mich befleißigen we[r]de die Gnade von Gott zu erlangen, um würdig genennt zu werden
Eurer Majestät demütigste, gehorsame Tochter
Christina.
Stockholm, den 17. April 1648.

With modernised spelling:

Durchlauchtigste, hochgeborene Königin,
Hochgeehrte, herzliebe Frau Mutter,
Eure Majestät für dies Mal mit mei[n]em demütigen Schreiben aufzuwarten veranlasst mir das Verreisen des Sekretarie Schillers, welcher sich auf der Reise verfügt, um Eurer Majestät seine untertänigste Dienste zu offerieren; dieweil ich keineswegs zweifle dass, wofern Eurer Majestät sich sollte gefallen lassen, sich Seinen zu gebrauchen, wird er ohne Zweifel seinen Schuldigkeit nach Eurer Majestät in aller Tr[eu]en und Fleiß wissen aufzuwarten.

Ich habe meines Teils meiner Schuldigkeit zu sein erachtet, Eurer Majestät bei dieser Occasion ihm zu rekommandieren, Eurer Majestät dabei zu versichern die Kontinuation des kindliches Respekt und Veneration so ich Eure Majestät trage; demütigst bittend mir die Favör zu erweisen und zu glauben, dass ich mich befleißigen we[r]de die Gnade von Gott zu erlangen, um würdig genennt zu werden
Eurer Majestät demütigste, gehorsame Tochter
Christina.
Stockholm, den 17. April 1648.

French translation (my own):

Sérénissime, bien née Reine,
Madame ma très honorée et très chère Mère,
C'est le départ du secrétaire Schiller qui me porte, en cette occasion, à m'adresser à Votre Majesté par la présente humble lettre, car il s'est mis en route afin d'offrir ses très humbles services à Votre Majesté; et je ne doute nullement que, s'il plaisait à Votre Majesté de faire usage de ses services, il saurait sans conteste qu'il est de son devoir de servir Votre Majesté avec toute fidélité et diligence.

J'ai tenu pour mon devoir de le recommander à Votre Majesté en cette occasion, afin de l'assurer par là de la continuation du respect filial et de la vénération que je porte à lui; la suppliant très humblement de me faire cette grâce et de croire que je m'efforcerai d'obtenir de Dieu la grâce d'être digne d'être appelée
de Votre Majesté
la très humble et obéissante fille
Christine.
Stockholm, le 17 avril 1648.

Swedish translation (my own; using some archaic language):

Durchlauchtigaste, högborna Drottning,
Högtärade, hjärtanskära Frumoder,
Jag är föranledd att för denna gången uppvakta Ers Majestät med mitt ödmjuka brev genom sekreterare Schillers avresa, som har förfogat sig på en resa för att offerera Ers Majestät sin underdånigaste tjänst; ty jag tvivlar ingalunda att, om Ers Majestät skulle behaga begagna sig av hans, skall han utan tvivel veta att det är hans skyldighet att uppvakta Ers Majestät med all trohet och flit.

Jag har ansett det min skyldighet att rekommendera honom till Ers Majestät vid detta tillfälle, för att därigenom försäkra Ers Majestät om kontinuationen av den barnsliga respekt och veneration jag bär Ers Majestät; ödmjukast bedjande att visa mig den favören och att tro att jag skall beflita mig att få Guds nåd att vara värdig att kallas
Ers Majestäts ödmjukaste, hörsamma dotter
Kristina.
Stockholm, den 17 april 1648.

English translation (my own):

Most Serene, High-Born Queen,
My highly honoured and dearly beloved Lady Mother,
I am caused to attend Your Majesty with my humble letter for this time by the departure of secretary Schiller, who has set out on a journey to offer his most submissive service to Your Majesty; for I do not in any way doubt that, should Your Majesty be pleased to make use of his service, he will without a doubt know it is his duty to attend Your Majesty with all fidelity and diligence.

I have considered it my duty to recommend him to Your Majesty on this occasion, to thereby assure Your Majesty of the continuation of the filial respect and veneration I bear Your Majesty; most humbly begging you to show me that favour and to believe that I will strive to obtain the grace from God to be worthy of being called
Your Majesty's most humble, obedient daughter
Kristina.
Stockholm, April 17, 1648.


Above: Kristina.


Above: Maria Eleonora.

Thursday, December 4, 2025

Christian Stieff on Kristina refusing to marry and instead making Karl Gustav her heir and successor

Source:

Leben der Weltberühmten Königin Christina von Schweden nach denen geheimesten intrigven und merckwürdigsten umständen mit möglichstem fleiße entworffen, pages 30 to 34, by Christian Stieff, 1705; original at the University of Michigan


The 1,100th post of 2025 to this blog!

The account:

Massen den unter andern Churfürst George Wilhelm von Brandenburg vor seinen Chur-Printz / Friedrich Wilhelmen / um sie geworben. Es möchte auch diese heyrath vielleicht den fortgang erreichet haben / wofern König Gustavus Adolphus hätte leben sollen / als welcher auff diese alliantze bey seinem leben grosse reflexion gemacht hatte / um sich dadurch in Teutschland und wider Polen desto fester zu setzen. Allein / nach dessen tode bezeugte nicht allein die Königin schlechte lust darzu / sondern auch der Cantzler Oxenstirn / so sich hoffnung gemacht / daß sie vielleicht zu seinem sohn Graf Erich Oxenstirn mit der zeit incliniren möchte / verhinderte solche nach äuserstem vermögen. Nicht bessern success hat König Christian der IV gehabt / da er für seinen zweyten sohn Hertzog Friedrichen um sie anhielte; ingleichen Pfaltz-Graf Carl Gustav / wiewohl doch viele meynen / daß die Königin / diesen letztern zu ehlichen / noch wohl dürffte resolviret haben / wenn nicht Graf Magnus de la Gardie, so damahls bey der Königin in sonderlichen gnaden stunde / ihr allerhand widrige impressiones beygebracht / und sie dadurch von dieser meynung abgewendet hätte. Doch hat er nicht verhindern können / daß nicht die Königin den Pfaltzgrafen 1650 auff öffentlichem Reichs-tage zum erben und Successorn der Cron / daferne sie ohne leibes-erben mit tode abgehen solte / erklären lassen / dargegen aber er folgende assecuration ausgestellet:

"Wir Carl Gustav / der Schweden / Gothen und Vandeln erwehlter Erb-Printz / Pfaltzgraf am Rhein / Hertzog zu Bayern / etc. thun kund / daß / nachdem die Königin von Schweden Christina / und die Reichs-Räthe und Stände selbigen Königsreichs uns und unsern kindern männlichen geschlechts / die anwartung und erb-recht an besagtem Königreich Schweden durch einen öffentlichen schluß auffgetragen / wir hingegen vor nöthig befunden / uns folgender massen zu erklären: Erstlich sagen wir ihr / der Königin / so wohl vor diese als alle andre wohlthaten / so wir zeit unsers lebens von ihr genossen / gebührenden danck / erkennen auch selbige vor unsere Königin und gnädige Frau / welcher alle regierung / uns aber ihr zu gehorsamen / zustehe / und versprechen ihr demnach alle schuldige treue / gehorsam und respect jederzeit zu leisten. Und gleichwie sie / die Königin / uns zugesagt und verheißen / daß sie bey der regierung und dem / was davon dependiret / nichts / so unserm stande nicht gemäß / oder wider unsern willen / uns aufdringen wolle / also versprechen wir hinwiederum / daß wir / so lange sie am leben und an der regierung / nichts von allem / was des Reichs wohlstand betrifft / als krieg zu führen / frieden zu schliessen / bündniß zu machen / und dergleichen wichtige dinge / uns unterfangen wollen / es geschehe denn solches mit vorwissen und willen der Königin / vorgehendem rath der Reichs-Senatorn und von jener hierzu ertheilten vollmacht und gewalt. Dieweil auch die Königin samt denen Reichs-Räthen vor gut befunden / daß das Reich hinführo nicht zertheilet / sondern jederzeit unzertrennet beysammen bleiben solle / so wollen weder wir noch unsere Kinder ein Hertzogthum erblich vor uns fordern / sondern mit demjenigen / was die Königin zusamt denen Reichs-Ständen zu unserer und unserer zukünfftigen Gemahlin und kinder unterhalt aus der kammer uns verordnen werden / zu frieden seyn. Dafern aber mit der zeit wir oder unsere kinder einige land-güter rechtmäßiger weise an uns bringen solten / so sollen und wollen wir dieselbigen mit eben denen rechten und freyheiten / wie andere von Adel / besitzen / und dasjenige / was selbige von dergleichen der Cron zu geben und leisten pflegen / auch unseres orts unweigerlich abstatten. Jedoch behalten wir uns dabey die gerichtebarkeit über unsere hof-statt / wie solche die vormahligen Erb-Printzen über die ihrigen gebraucht / zuvor. Wofern auch nach der Königin tode uns etwan ein land ausser dem Reiche zufallen solte / wollen wir dasselbe nicht anders annehmen / als mit der bedingung / daß wir aus dem Königreich Schweden / und derenthalber uns mit wesentlicher wohnung zu wenden nicht schuldig seyn sollen. Wenn wir etwan dermaleinst uns zu verehlichen entschliessen möchten / so wollen wir zuförderst die Königin und Reichs-Räthe darüber vernehmen / und keine heyrath schliessen / so jener oder dem Reiche schädlich seyn und einiges nachtheil zuziehen könne. Wir wollen auch keine andere person zu unserer Gemahlin annehmen / als die der unveränderten Augspurgischen Confeßion zugethan / in welcher wir auch unsere kinder erziehen zu lassen versprechen. Wenn wir nach GOttes willen zur regierung gelangen solten / so wollen wir selbige mit zuziehung der Reichs-Räthe nach denen rechten des Königreichs und Reichs-constitutionibus gemäß führen. Alle des Reichs Stände und unterthanen wollen wir bey dem reinen und klaren worte GOttes / wie solches in der Propheten und Aposteln schrifften enthalten und in der unveränderten Augspurgischen Confession und Concilio zu Upsal weitläufftiger erkläret worden / handhaben und schützen: auch alle Stände und unterthanen bey ihren habenden rechten / gerechtigkeiten und freyheiten ungekränckt lassen / und möglichst verhüten / daß keinem / wes standes und würden er auch sey / an leib und leben / ehr und gut einiger schaden zugefüget werde. Wir wollen der verwittibten Königin / Frauen Marien Eleonoren / jederzeit mit liebe und ehrerbietung begegnen / und sie bey demjenigen / was ihr von der regierenden Königin zu ihrer und ihrer hofstaat unterhalt geordnet worden / geruhig lassen. Endlich so wollen wir alle dasjenige / was in Königs Gustavi letztem willen und der erb-vereinigung von denen Erb-Printzen dem Reich zum besten verordnet wird / wie auch / was die vorigen Könige in Schweden inhalts ihres geleisteten eydes und ausgestellter reversalien zu leisten schuldig gewesen / ausser demjenigen / was auf gegenwärtigem Reichs-tage geändert worden / ebenfalls steiff und unverbrüchlich halten. Es sollen auch letzlich nicht weniger unsere männlichen erben und successoren allem / was wir hierinnen zugesagt / nachzuleben verbunden seyn."

With modernised spelling:

Maßen den unter andern Kurfürst, Georg Wilhelm von Brandenburg, vor seinen Kurprinz, Friedrich Wilhelmen, um sie geworben. Es möchte auch diese Heirat vielleicht den Fortgang erreicht haben, wofern König Gustavus Adolphus hätte leben sollen, als welcher auf diese Allianze bei seinem Leben große Reflexion gemacht hatte, um sich dadurch in Deutschland und wider Polen desto fester zu setzen. Allein, nach dessen Tode bezeugte nicht allein die Königin schlechte Lust dazu, sondern auch der Kanzler Oxenstiern, so sich Hoffnung gemacht, dass sie vielleicht zu seinem Sohn Graf Erich Oxenstiern mit der Zeit inklinieren möchte, verhinderte solche nach äußerstem Vermögen.

Nicht bessern Sukzess hat König Christian der IV gehabt, da er für seinen zweiten Sohn, Herzog Friedrichen, um sie anhielte; ingleichen Pfalzgraf Karl Gustav, wiewohl doch viele meinen, dass die Königin diesen Letztern zu ehelichen, noch wohl dürfte resolviert haben, wenn nicht Graf Magnus de la Gardie, so damals bei der Königin in sonderlichen Gnaden stunde, ihr allerhand widrige impressiones beigebracht, und sie dadurch von dieser Meinung abgewendet hätte.

Doch hat er nicht verhindern können, dass nicht die Königin den Pfalzgrafen 1650 auf öffentlichem Reichstage zum Erben und Sukzessorn der Kron, dafern sie ohne Leibeserben mit Tode abgehen sollte, erklären lassen, dagegen aber er folgende Assekuration ausgestellt:

"Wir Karl Gustav, der Schweden, Gothen und Vandeln erwählter Erbprinz, Pfalzgraf am Rhein, Herzog zu Bayern, etc., tun kund, dass, nachdem die Königin von Schweden, Christina, und die Reichsräte und Stände selbigen Königsreichs Uns und Unsern Kindern männlichen Geschlechts, die Anwartung und Erbrecht an besagtem Königreich Schweden durch einen öffentlichen Schluß aufgetragen, Wir hingegen vor nötig befunden, Uns folgendermaßen zu erklären:

Erstlich sagen Wir ihr, der Königin, so wohl vor diese als alle andere Wohltaten, so Wir Zeit Unsers Lebens von ihr genossen, gebührenden Dank, erkennen auch selbige vor Unsere Königin und gnädige Frau, welcher alle Regierung, Uns aber ihr zu gehorsamen, zustehe, und versprechen ihr demnach alle schuldige Treue, Gehorsam und Respekt jederzeit zu leisten.

Und gleichwie sie, die Königin, Uns zugesagt und verheißen, dass sie bei der Regierung und dem, was davon dependiert, nichts, so Unserm Stande nicht gemäß, oder wider Unsern Willen, Uns aufdringen wolle, also versprechen Wir hinwiederum, dass Wir, so lange sie am Leben und an der Regierung, nichts von allem was des Reichs Wohlstand betrifft, als Krieg zu führen, Frieden zu schließen, Bündnis zu machen, und dergleichen wichtige Dinge uns unterfangen wollen, es geschehe denn solches mit Vorwissen und Willen der Königin, vorgehendem Rat der Reichssenatoren und von jener hiezu erteilten Vollmacht und Gewalt.

Dieweil auch die Königin samt denen Reichsräten vor gut befunden, dass das Reich hinfüro nicht zerteilt, sondern jederzeit unzertrennt beisammen bleiben solle, so wollen weder Wir noch Unsere Kinder ein Herzogtum erblich vor Uns fordern, sondern mit demjenigen, was die Königin zusamt denen Reichsständen zu Unserer und Unserer zukünftigen Gemahlin und Kinder unterhalt aus der Kammer Uns verordnen werden, zufrieden sein.

Dafern aber mit der Zeit Wir oder Unsere Kinder einige Landgüter rechtmäßigerweise an Uns bringen sollten, so sollen und wollen Wir dieselbigen mit eben denen Rechten und Freiheiten, wie andere von Adel, besitzen, und dasjenige was selbige von dergleichen der Kron zu geben und leisten pflegen, auch Unseres Orts unweigerlich abstatten. Jedoch behalten wir Uns dabei die Gerichtbarkeit über Unsere Hofstaat, wie solche die vormaligen Erbprinzen über die ihrigen gebraucht, zuvor.

Wofern auch nach der Königin Tode Uns etwan ein Land außerdem Reiche zufallen sollte, wollen Wir dasselbe nicht anders annehmen, als mit der Bedingung, dass Wir aus dem Königreich Schweden, und derenthalber Uns mit wesentlicher Wohnung zu wenden nicht schuldig sein sollen. Wenn Wir etwan dermaleinst Uns zu verehelichen entschließen möchten, so wollen Wir zuförderst die Königin und Reichsräte darüber vernehmen, und keine Heirat schließen, so jener oder dem Reiche schädlich sein und einiges Nachteil zuziehen könne.

Wir wollen auch keine andere Person zu Unserer Gemahlin annehmen, als die der unveränderten augsburgischen Konfession zugetan, in welcher Wir auch Unsere Kinder erziehen zu lassen versprechen. Wenn Wir nach Gottes Willen zur Regierung gelangen sollten, so wollen Wir selbige mit Zuziehung der Reichsräte nach denen Rechten des Königreichs und Reichsconstitutionibus gemäß führen.

Alle des Reichs Stände und Untertanen wollen Wir bei dem reinen und klaren Worte Gottes, wie solches in der Propheten und Aposteln Schriften enthalten und in der unveränderten augsburgischen Konfession und concilio zu Uppsal weitläuftiger erklärt worden, handhaben und schützen; auch alle Stände und Untertanen bei ihren habenden Rechten, Gerechtigkeiten und Freiheiten ungekränkt lassen, und möglichst verhüten, dass keinem, wes Standes und Würden er auch sei, an Leib und Leben, Ehr und Gut einiger Schaden zugefügt werde.

Wir wollen der verwittibten Königin, Frauen Marien Eleonoren, jederzeit mit Liebe und Ehrerbietung begegnen, und sie bei demjenigen, was ihr von der regierenden Königin zu ihrer und ihrer Hofstaat Unterhalt geordnet worden, geruhig lassen.

Endlich so wollen Wir alle dasjenige, was in Königs Gustavi letztem Willen und der Erbvereinigung von denen Erbprinzen dem Reich zum besten verordnet wird, wie auch, was die vorigen Könige in Schweden Inhalts ihres geleisteten Eides und ausgestellter Reversalien zu leisten schuldig gewesen, außerdemjenigen, was auf gegenwärtigem Reichstage geändert worden, ebenfalls steif und unverbrüchlich halten. Es sollen auch letztlich nicht weniger Unsere männlichen Erben und Sukzessoren allem, was Wir hierinnen zugesagt, nachzuleben verbunden sein."

English translation (my own):

Among others, Elector Georg Wilhelm of Brandenburg courted her, before his Electoral Prince Friedrich Wilhelm. This marriage might also have come to fruition had King Gustav Adolf lived, as he had devoted considerable thought to such alliances during his lifetime, hoping to consolidate his power in Germany and against Poland. However, after his death, not only did the Queen show little interest, but Chancellor Oxenstierna, who had hoped that she might eventually align herself with his son, Count Erik Oxenstierna, prevented it to the best of his ability.

King Christian IV had no better success when he sought her hand in marriage for his second son, Duke Frederik; likewise, Count Palatine Karl Gustav, although many believe that the Queen might well have resolved to marry the latter had not Count Magnus de la Gardie, who then stood in the Queen's particular favour, conveyed all sorts of adverse impressions to her and thereby turned her away from this opinion.

However, he could not prevent the Queen from having the Count Palatine declared heir and successor to the Crown in 1650 at a public Riksdag, should she die without a male heir of her body, but he issued the following assurance in return:

"We Karl Gustav, elected Hereditary Prince of the Swedes, Goths and Vandals, Count Palatine of the Rhine, Duke of Bavaria, etc., declare that, after the Queen of Sweden, Kristina, and the Council and Estates of the same Realm, by a public decree, have granted to Us and Our male children the expectancy and right of inheritance to the said Kingdom of Sweden, We, however, have found it necessary to declare Ourself as follows:

Firstly, We express Our sincere gratitude to her, the Queen, for this as well as all other benefits We have enjoyed from her throughout Our life; we also acknowledge her as Our Queen and gracious Lady, to whom all government belongs, and We are obliged to obey her; and We therefore promise to render her all due fealty, obedience and respect at all times.

And whereas she, the Queen, has promised and assured Us that she will impose nothing upon Us in the government and in all that depends upon it that is not in accordance with Our station or against Our will, so We promise in return that, as long as she is alive and in government, We will undertake nothing concerning the prosperity of the Realm except to wage war, to make peace, to form alliances, and to undertake such important things, unless it is done with the prior knowledge and consent of the Queen, the preceding Council of the senators of the Realm, and by the authority and power granted to her for this purpose.

Since the Queen and the Council have also found it good that the Realm should henceforth not be divided, but should remain together inseparably at all times, neither We nor Our children wish to demand a hereditary duchy, but rather be content with what the Queen and the Estates of the Realm will ordain from the Chamber for Our support and that of Our future consort and children.

Should We or Our children, in time, rightfully acquire some estates, We shall and will possess them with the same rights and freedoms as other nobles, and will inevitably pay to Our lands what they are accustomed to give and do to the Crown. However, We reserve for Ourself the jurisdiction over Our court state, just as the former hereditary princes exercised over theirs.

Should any land fall to Us after the Queen's death, We will accept it only on the condition that We leave the Kingdom of Sweden and are not obliged to establish a substantial residence there. If We should ever decide to marry, We will first consult the Queen and the Council, and will not enter into any marriage that could be harmful to either party or to the Kingdom and cause any disadvantage.

We will not take any other person as Our consort than one who adheres to the unaltered Augsburg Confession, in which We also promise to raise Our children. Should we, in accordance with God's will, come to power, We shall govern it with the participation of the Council, in accordance with the laws of the Kingdom and the constitutions of the Realm.

We will uphold and protect all the Estates and subjects of the Realm according to the pure and clear word of God, as it is contained in the writings of the Prophets and Apostles and further explained in the unaltered Augsburg Confession and the Council of Uppsala; We will also leave all Estates and subjects uninfringed in their existing rights and freedoms, and prevent as far as possible any harm being done to anyone, whatever their rank or dignity, in body, life, honour or property.

We wish to treat the widowed Queen, Lady Maria Eleonora, with love and respect at all times, and to leave her in peace with what the reigning Queen has arranged for her and her court state's maintenance.

Finally, We wish to uphold firmly and inviolably everything which is ordained for the good of the Realm in King Gustav's last will and testament and the Union of Inheritance for the hereditary princes, as well as what the previous kings of Sweden were obliged to do according to their oaths and issued reversions, and also that which has been amended at the present Riksdag. Ultimately, no less shall Our heirs and successors male be bound to uphold all that We hereinafter pledge."


Above: Kristina.


Above: Karl Gustav.


Above: Christian Stieff.

Tuesday, November 18, 2025

Christian Stieff on the early part of Kristina's reign after coming of age, Kristina's collecting of art and association with foreign scholars, Pierre Bourdelot's influence over her, her alleged religious beliefs, and her jealousy of her authority

Source:

Leben der Weltberühmten Königin Christina von Schweden nach denen geheimesten intrigven und merckwürdigsten umständen mit möglichstem fleiße entworffen, pages 15 to 30, by Christian Stieff, 1705; original at the University of Michigan


The account:

Den anfang ihrer regierung hat sie so fort durch den mit der Cron Dännemarck getroffenen und vor die Cron Schweden so vortheilhafften Bremsebeschen frieden berühmt gemacht / welcher den 13 Aug. des 1645 jahres durch vermittelung der Cron Franckreich geschlossen / und darinnen denen Schweden Jempterland und Herrendal / samt denen insuln Gotland und Oesel auff ewig / die Provintz Halland aber auff 30 jahr abgetreten worden. Hierauff folgte etliche jahr hernach der friede mit Teutschland / welcher zu Osnabrüg geschlossen ward / darinnen Schweden die stiffter Bremen und Verden / das Fürstenthum Rügen / Hertzogthum Vor-Pommern / und aus Hinter-Pommern Stetin / Damm / Golnau / der gantze Oder-strom samt dem ufer auff beyden seiten und anwartung auff das übrige Pommern nach abgang des Chur- und Fürstl. Brandenburgischen Hauses / ingleichen die herrschafft Wißmar samt denen ämtern Poel und Neu-kloster / und der schantze / der Wallfisch genannt / zur satisfaction als Reichslehn überlassen / auch zu bezahlung ihrer militz noch über dieses 5 millionen Reichsthaler entrichtet worden. Jnzwischen unterließ sie bey denen vielen regiments-sorgen nicht / sich mit denen studiis und allerhand anmuthigen wissenschafften zu ergötzen / zu welchem ende sie denn die curiösesten bücher und scripta mit grossem fleiß und kosten zusammen suchte / gestalt sie denn unter andern Hrn. Ludolph auff ihre unkosten nach Rom schickte / damit er versuchen solte / ob er von den alten briefschafften / die Johannes Magnus Ertz-Bischoff zu Upsal im vorigen seculo / als er der religion halber sich aus Schweden weg begeben / mit sich dahin genommen haben solte / etwas antreffen könte; sondern auch aus denen in Teutschland eroberten orten die raresten codices nach Schweden bringen ließ. Uber das legte sie sich eine grosse quantität der schönsten müntzen zu / wozu des berühmten Luckii cabinet, welches sie an sich kauffte / und die herrlichen medaillen / so bey eroberung Prag aus dem Kayserlichen cabinet daselbst erbeutet worden / ein grosses beytrugen / wiewohl man doch davor hält / daß Mons. du Fresne Trichet, welchen sie darüber gesetzet / ihr nicht allzutreulich hierunter vorgestanden / sondern viele der curiösesten / nebst vielen vortrefflichen gemählden von den berühmtesten künstlern / unter dem vorwand / als ob sie von schlechter importantz / der Königin abgeschwatzt / und mit sich nach Franckreich geschleppet. Jm übrigen ließ sie auch eine grosse anzahl der vortrefflichsten leute / unter andern den welt-berühmten Salmasium, Isaacum Vossium, (welchen sie zwar anfangs / weil er wider Salmasium geschrieben / nicht vor sich lassen wollen) Nicolaum Heinsium, Sam. Bochartum, Gabrielem Naudæum, Joh. Freinshemium, Joh. Henr. Bœclerum, Renatum Des Cartes und andere nach Schweden ruffen. Der berühmte Menagius und Guido Patinus wurden auch verschrieben / allein sie haben sich entschuldiget / wiewohl der erste anfänglich in seiner Ecloga, deren er den titul Christina geben / von Franckreich abschied zu nehmen und sich schon zu der reise zu schicken schiene. An des andern stelle wurde hernachmahls von Salmasio Bourdelot vorgeschlagen / welcher sich nicht lange bedachte / nach Schweden zu gehen. Dieser mensch / von welchem hernachmahls so viel wird zu sagen seyn / war eines barbierers von Sens sohn / und hieße eigentlich Michon / hat auch in seiner jugend sich auf die apothecker-kunst geleget / hernachmahls eine reise in Jtalien gethan / und folgends sich als einen Medicum aufgeführet / wobey er denn vorgeben dürffen / daß er bey Pabst Urbano VIII diese function verwaltet / ja gar zum Cardinal gemacht werden sollen / wofern er länger bleiben wollen / und nicht über hals und über kopff wieder nach Franckreich gangen wäre / welches aber die wenigsten glauben wollen. Den nahmen Bourdelot hat er von einem seiner vettern / welcher ihm unter andern eine ziemlich feine bibliothec / so auf 3000 rthl. geschätzet war / vermacht / angenommen. Er wolte für ungemein gelehrt / und sonderlich vor einen trefflichen Poeten angesehen seyn / allein die wenigsten seiner landes-leute haben ihm diese qualitäten zugestehen wollen; vielmehr siehet man / daß Mons. Chevreau ihn seiner poesie halber mit Pelletier Neuf Germain und andern pritschmeistern in eine classe setzt / ja es haben etliche versichern wollen / daß er nicht drey zeilen Latein ohne schnitzer schreiben können / welches ich an seinen ort gestellt seyn lasse. Ob er auch von der religion so gar wenig staat gemacht / wie ihm einige schuld geben / will ich hier nicht untersuchen / sondern nur dieses noch erinnern / daß dieser mensch durch seine schmeicheley sich so tieff bey der Königin insinuiret / daß nicht allein der berühmte Naudæus, sondern auch Mons. Courtin, so Secretarius, bey der Königin war / und vor Bourdelots ankunfft in grossen gnaden stund / in ungnaden verfielen / und sich wieder zurück begaben / ja daß auch die vornehmsten des Königreichs ihm flattiren musten / wovon in zukunfft mit mehrern wird zu sagen seyn. Damit sie nun mit diesen gelehrten leuten sich besprechen könte / stellte sie alle donnerstage eine öffentliche conferentz an / so sie deßhalber Jovialem zu nennen pflegte / in welcher allerhand curiöse materien überleget wurden.

Bey diesen umständen nun / und da die Königin so eine grosse affection zu gelehrten leuten bezeugte / hatte man wohl ursach / sich zu verwundern / daß sie gegen den unvergleichlichen Hugonem Grotium, so sich bißher als Königlicher Schwedischer Gesandter in Franckreich aufgehalten / gantz anders erwiesen; inmaßen sie ihn nicht allein einige zeit nach antretung ihrer regierung von der bißherigen Ambassade zurück beruffen / sondern auch hernachmahls bey der abschieds-audientz / so sie ihm vor seiner abreise aus Schweden ertheilet / allerhand verdrießliche worte lauffen lassen / welche aber dieser vortreffliche mann nicht weiter beantwortet / als daß er einen tiefen reverentz gemacht und gesagt: "Madame / ich verbleibe eurer Majestät unterthänigster diener" / und damit seinen abtritt genommen; welche kaltsinnigkeit die Königin dermassen verdrossen / daß sie auch gegen die umstehenden sich vernehmen lassen / es wäre gleichwohl eine grosse unhöffligkeit / daß er nicht einmahl von ihr abschied genommen; allein ein bekandter Frantzose / nahmens Marigny / der eben dabey zugegen / und allem ansehen nach Grotio wohl affectioniret war / entschuldigte ihn / und beredete die Königin / daß es in Franckreich die mode wäre / mit solchen worten abschied zu nehmen / so sie denn endlich geglaubet / und Grotio noch ein präsent an kupfer von mehr als 13000 thlr. nachgeschickt. Doch hat auch im übrigen die grosse affection, so sie gegen die andern jetzterwehnte personen bezeugt nicht alzu lange gewähret / sondern sie ist ihrer / weil sie ihr nicht galant genug zu seyn dauchten / bald überdrüßig worden / dahero auch die meisten / als Salmasius, Vossius, Bochartus, Freinshemius, Bœclerus und andere / einer nach dem andern / ziemlich unvergnügt weggewandert. Wiewohl etlichen ein jährlich gnaden-geld bey ihrer abreise war versprochen / aber nachmahls nicht allzurichtig bezahlet worden. Der eintzige Bourdelot hat sich noch einige zeit bey ihr in vorigen gnaden erhalten / ungeachtet die Königliche frau mutter / Pfaltzgraf Carl Gustav / so zu ihren künfftigen Successore declariret war / Graf Magnus de la Gardie, und die meisten Reichs-Räthe samt der gantzen Clerisey ihme spinne-feind waren / theils weil sie ihn in verdacht hielten / als ob er die Königin zu allerhand übeln gedancken von der religion und Gottes wort verleitete / theils und sonderlich Graf Magnus, weil Bourdelot von ihm gegen die Königin schimpfflich geredet haben soll; allein die Königin war von diesem menschen einmahl so eingenommen / daß sie / was wider Bourdelot vorgebracht ward / eine lange zeit durchaus nicht annehmen wolte / ja so gar den Graf Magnus de la Gardie deßhalber disgratiirte / und ihre leibliche frau mutter seinet halber übel anließ. Denn als diese auff einrathen etlicher Reichs-Räthe sich wagte / vor ihrer abreise nach Nieköping ihr einzureden und vorzustellen / wie die geistlichkeit und das gesamte volck sich über Bourdelot beschwerten / und sorge trügen / daß er ihr solche maximen beybringen würde / welche mit ihrer vorfahren religion nicht wohl beysammen stehen könten / wiewohl sie (die frau mutter) nicht hoffen wolte / daß / nachdem der Königin leiblicher vater / der grosse Gustavus Adolphus, mit solchem ruhm selbige bekennet und vertheidiget / auch sein leben davor aufgeopffert / sie die Königin anjetzo sich etwas / so damit nicht übereinstimmete / würde bereden lassen; hatte sie ihr eine weile zwar gedultig zugehöret / allein / wie die predigt zu lange dauren wollen / war sie ihr in die rede gefallen / und hatte geantwortet: Sie erkennte sich zwar der frau mutter wegen ihrer wolgemeynten warnung verbunden / allein es wäre diese materie vor si[e] beyde zu hoch / und demnach besser / daß man sie denen priestern überließe; auch / als jene wieder anfangen wollen / mit einer zornigen mine gesagt: Sie wüste diejenigen wohl / die sie bewegt / dergleichen reden zu führen / und wolte selbige lehren / wer sie die Königin wäre / daß sie gewiß ihre unbedachtsamkeit bereuen solten; worauff sie davon [ge]gangen / auch / als man ihr zwey stunden darauff zu verstehen geben / daß ihre frau mutter so sehr weinete / und niemand vor sich lassen wolte / gantz kaltsinnig zur antwort geben: "Sie ist schuld daran / warum hat sie sich diese verdrießlichkeit zugezogen?" Doch / etliche stunden hernach / als man ihr gesagt / daß ihre frau mutter sich gar nicht zu frieden geben wolte / hat sie selbige wieder besucht / und sehr freundlich begegnet / ohne dessen / was vorgangen / im geringsten zu erwehnen / wodurch diese sich denn auch zwar wieder etwas stillen lassen / gleichwohl ihre reise nach Nieköping fortgesetzet. Weil nun die Königin sich des Bourdelot mit solchem eyfer annahm / so konten seine widerwärtigen eine geraume zeit nichts richten / ja sie musten vielmehr den haß / so sie gegen ihn hegeten / verdrucken / und ihn auf alle weise / der Königin zu gefallen / careßiren; gestalt man denn unter andern observiret / daß fast alle Grandes ihm bey antritt des 1653ten jahres neujahrs-geschencke so reichlich geschickt / daß sich selbige zusammen über 20000 thlr. belauffen haben. Ja / als er bald nach dem wort-wechsel / den die Königin mit ihrer frau mutter seinet wegen gehabt / in eine kranckheit gefallen / haben ihn alle die vornehmsten am hofe / ja die Königin selbst besucht. Endlich / weil er so gar verhaßt bey jederman war / muste sich die Königin entschließen / daß sie / um grösser unglück zu vermeiden / ihm seine dimission gab / worauff er sich denn wieder nach Franckreich gewendet; nachdem ihm die Königin über eine Abtey von 2000 thlr. jährlichen einkommens / so sie ihm in Franckreich kurtz zuvor zu wege bracht / auch bey seiner abreise nebst einem recommendation-schreiben an die Königin in Franckreich 10000 thlr. baar geld / und 20000 thlr. an wechsel-briefen auff den weg gegeben / und ihn in einer von ihren carossen biß auff die gräntzen von Dännemarck bringen lassen. So hatten auch Pfaltzgraf Carl Gustav selbst und sein bruder Johann Adolph [sic] / ungeachtet sie ihm spinnen-feind waren / der Königin zu liebe ihm ihre bildniße / davon das erste auff 2000 / das andere auff 1000 thlr. geschätzt wurden / verehret; wiewohl dieses Pfaltz-Graf Carl Gustaven so schwer eingangen / daß er einen gantzen tag zugebracht / ehe er sich darzu resolviren können / biß ihn endlich einer von seinen vertrautesten erinnert / daß er die Königin / der er / solches zu thun / einmahl versprochen / heftig erzürnen würde / wofern er es nunmehr retractiren wolte / daß er also sich darinnen endlich überwunden. Wie über dem ein jedweder am hofe auf ihn reguard machen müssen / ist aus folgender begebenheit / welche wenigen bekandt / zur gnüge zu erkennen. Es hatte Mons. Bourdelot angestellet / daß der alte Marcus Meibomius, der sich einbildete / daß er die Musicam veterum, davon er ein gelehrtes werck geschrieben / sonderlich verstünde / und damahls bey der Königin Bibliothecarius war / eine concerte aus der alten music in gegenwart der Königin absingen / und Naudæus darnach tantzen solte. Weil aber Meibomius eine schlechte stimme hatte / und daher ein groß gelächter entstand / wurde er darüber so tolle / daß er dernach mit dem Bourdelot / den er schuld daran zu seyn vermeynte / auff der bibliothec anbund / ihn einen ignoranten schalt / und gar an den hals schlug. Allein / wie es Bourdelot der Königin klagte / sagte sie / warum er ihn nicht durch die pagen hätte lassen zum fenster hinaus schmeissen / und muste Meibomius sein bibliothecariat und Schweden quittiren. Allein / nachdem Bourdelot kaum den rücken gewendet / so war auch die grosse gnade aus / und redete die Königin auf das schimpflichste von ihm / so gar / daß / als sie ein paqvet aus Franckreich bekam / und einen brief von ihm darinnen gefunden / sie selbigen nicht einmahl geöffnet / sondern vor die nase gehalten / und gesagt: "Pfuy / wie stinckt das nach artzeney!" auch darauff das schreiben weggeworffen. Ja / als sie bald hernach Mons. du Fresne einiger sachen halber / davon sie vormahls mit Bourdelot geredet / und ihm die direction versprochen hatte / nach Franckreich gesendet / hat sie ihm ausdrücklich verboten / daß er nichts mit Bourdelot daraus communiciren solte / weil sie mir diesem menschen durchaus nichts weiter zu schaffen haben möchte. Allein / die principia, so er der Königin von der religion und andern dingen einmahl beygebracht / seynd mehr als zu wohl beklieben / und haben sich immer mehr und mehr zu jedermans bestürtzung geäusert. Man hat unter andern von ihr vorgegeben / daß sie davor gehalten: man müste Gott lieben / als den ursprung und die quelle alles guten / man müste denselben aber nicht fürchten / weil es sich nicht wohl reimte / vor einem solchen wesen sich zu fürchten / welches seiner eigenschafft nach gut sey und nichts böses thun könne. Vor denen bösen menschen aber müste man sich fürchten / welche des nechsten ehre / leben und güter auff tausenderley art beschädigen könten / und dieses wären die rechten teufel / welche das gemeine volck so steiff und fest glaubete. Ein verständiger mensch solte sich niemahls etwas reuen lassen / auch nicht verzeihen / weil beydes eine unbeständigkeit in sich begreiffe. Man solte zwar zuvor wohl überlegen / was man thun wolte / aber den einmal gefaßten schluß nimmermehr ändern. Die sonderbaren meynungen wären die allerbesten / weil die algemeinen meistentheils verderbet / und mit allerhand aberglauben und irthümern beflecket wären. Was man religion nenne / sey ein bloßer betrug / weil doch die menschen einmahl betrogen seyn wolten. Es wäre ja unmöglich / daß ein glaube / welcher die augen verblende / und ihnen das nachdencken und raisoniren verbiete / wahr seyn solte / und warum solte man doch das jenige / was man mit der vernunfft nicht begreiffen könte / glauben / ja noch darzu sich verbündlich machen / es zu glauben. Das wäre ja recht / als weñ man dem menschen zumuthen wolte / daß er sich selber die augen ausstechen solle / um desto besser zu sehen. So viel verschiedene secten / so in die vier theile der welt ausgebreitet worden / wären nur träume und einbildungen etlicher leute / die solche theils aus einfalt / theils als schalckheit / um sich dadurch einen grossen nahmen zu machen / auffgeworffen hätten. Platonis meynung von der allgemeinē seele der welt / deren die menschliche ein stück wäre / sey so wahrscheinlich / daß sie sich verwundete / warum nicht alle gelehrte selbige angenommen; sie ihres orts glaube keine andere unsterbligkeit der seelen / als diejenige / welche sich in diesem allgemeinen geiste befinde / in welchem die andern nach ihrem tode wieder zurücke kehrten. Moyses sey so ein grosser betrüger als verständiger mann gewesen / und getraue sie sich zu behaupten / daß das bey dem durchgang der Jsraeliten durch das rothe meer angegebene wunderwerck ein falsches vorgeben und alles von ihm durch die ebbe und fluth / von welcher eigenschafft des meeres er gute nachricht gehabt / verbracht worden. Nun lasse ich zwar dahin gestellet seyn / ob dieses alles sich eben in der warheit also verhalten. Allein daß sie doch sonst allerdings seltzame meynungen von der religion gehabt / ist mehr als zu gewiß / und kan man solches unter andern aus dem discurs / den sie kurtz vor aufgebung der regierung gegen ihre frau mutter geführet / abnehmen. Denn als zu Nieköping über der tafel erzehlet ward / daß des General Fletvvoods gemahlin / so der Augspurgischen Confession zugethan gewesen / und ihre mit ihm erzeugte töchter auch in solchem glauben bißher aufziehen lassen / gestorben / und der General durchaus haben wolte / daß seine töchter in der Reformirten religion hinführo erzogen werden solten / hatte sie die Königin anfangs gesagt: "Es wäre schade um die armen kinder / daß sie so um ihre seligkeit gebracht würden." Als nun die verwittibte Königin darauff antwortete: Sie hielte davor / daß man auch bey der Reformirten religion wohl selig werden könte / wenn man sonst from̃ und gottselig lebte / replicirte jene: Sie / die frau mutter / wäre keine gute Lutheranerin wofern sie dieses glaubte; doch wunderte sie sich darüber nicht / denn weil ihr Hr. vater der Reformirten religion zugethan gewesen / so könte man sich leicht einbilden / daß sie noch im̃er innerlich zu derselben inclinirte. Dieser vorwurff verdroß die verwittibte Königin so sehr / daß sie auch mit ziemlicher hefftigkeit antwortete: Sie wäre allerdings eine gute Lutheranerin / und wolte nichts mehr wünschen / als daß sie / die Königin / es so wohl als sie wäre / oder doch zum wenigsten / daß sie nicht schlimmere meynung von der religion hätte / als etwa die Reformirten; so aber hätte man eine geraume zeit her verspüren müssen / daß sie solche reden geführet / die mit der Lutherischen religion / nicht wohl überein kämen / und gläubte sie nicht / daß / wenn ihr Hr. vater König Gustaphus Adolphus noch leben solte / sie dergleichen hätte führen dürffen. Die Königin versetzte darauff: "Es ist mir leid / daß er gestorben; doch bin ich versichert / daß wenn er lebte / ich ihm das jenige / was ich gesagt / zur gnüge wolte erwiesen haben." Und was wolte die Frau mutter wol davon halten / wenn ich sagte / wie viele versichern / daß alle menschen werden selig werden / die beyden so wohl als die Christen." Uber welchen discurs die verwittibte Königin sich so betrübet / daß sie fast die gantze nacht mit weinen zugebracht. Sonst hat sie / nachdem sie einmahl die regierung übernommen / sich überaus jaloux ihrer autorität halber bezeuget / dahero sie auch durchaus haben wollen / daß fremde Ministri dasjenige / was sie anzubringen hätten / ihr selbst unmittelbar vortragen solten; gestalt sie denn auch sonst der uneinigkeit und æmulation unter denen Grandibus sich zu befestigung ihrer autorität artig zu gebrauchen gewust / auch durchaus nicht verstatten wollen / daß ihre leute andern Potentaten auf einigerley weise verpflichtet seyn solten. Dahero sie denn unter andern nicht zugeben wollen / daß Pfaltzgraf Carl Gustav den Orden des hosenbandes / welchen ihm der König von Engelland zugedacht / annehmen / oder Graf Magnus de la Gardie sich zum Reichs-Fürsten machen lassen solte. Jn welchem stücke sie der Königin Elisabeth von Engelland nachahmete / von welcher man erzehlet / daß / als König He[i]nrich der IV von Franckreich zwey Englischen von Adel / Niclas Clifford und Anton Sherley, wegen der guten diensten / so sie ihm bey denen damahligen innerlichen kriegen geleistet / in den Ritter-Orden von S. Michael aufgenommen / sie selbige nach ihrer zurückkunfft in hafft nehmen lassen / und gezwungen / daß sie die Ordens-kette wieder zurücke schicken / und ihre nahmen aus dem Ordens-register wieder auslöschen lassen müssen / mit vorgeben / daß / wie eine rechtschaffene weibes-person ihre augen auf niemand anders / als ihren ehemann richten / also auch ein unterthan auf niemand als seinen rechtmäßigen Ober-Herrn sehen solte / und könte sie durchaus nicht leiden / daß ihre schafe von einer fremden hand gezeichnet würden / oder eines andern hirten pfeiffe folgen solten. Es ist auch vermuthlich diese jalousie über ihrer autorität ursach gewesen an der festen resolution, die sie gefasset / sich niemahls zu verheyrathen / ungeachtet es ihr / wie leicht zu glauben / an gelegenheiten nicht gefehlet.

With modernised spelling:

Den Anfang ihrer Regierung hat sie sofort durch den mit der Cron Dänemark getroffenen und vor die Kron Schweden so vorteilhaften brömsebroschen Frieden berühmt gemacht, welcher den 13. August des 1645 Jahres durch Vermittlung der Kron Frankreich geschlossen, und darinnen denen Schweden Jemterland und Herrendal, samt denen Inseln Gotland und Ösel auf ewig, die Provinz Halland aber auf 30 Jahr abgetreten worden.

Hierauf folgte etliche Jahr hernach der Friede mit Deutschland, welcher zu Osnabrück geschlossen ward, darinnen Schweden die Stifter Bremen und Verden, das Fürstentum Rügen, Herzogtum Vorpommern, und aus Hinterpommern Stettin, Damm, Gollnow, der ganze Oderstrom samt dem Ufer auf beiden Seiten und Anwartung auf das übrige Pommern nach Abgang des kur- und fürstlichen brandenburgischen Hauses, ingleichen die Herrschaft Wismar samt denen Ämtern Poel und Neukloster, und der Schanze der Walfisch genannt, zur Satisfaktion als Reichslehn überlassen, auch zu Bezahlung ihrer Miliz noch über dieses 5 millionen Reichstaler entrichtet worden.

Inzwischen unterließ sie bei denen vielen Regimentssorgen nicht, sich mit denen studiis und allerhand anmutigen Wissenschaften zu ergötzen, zu welchem Ende sie denn die kuriösesten Bücher und scripta mit großem Fleiß und Kosten zusammen suchte, gestalt sie denn unter andern Herrn Ludolph auf ihre Unkosten nach Rom schickte, damit er versuchen sollte, ob er von den alten Briefschaften die Johannes Magnus, Erzbischoff zu Upsal, im vorigen seculo, als er der Religion halber sich aus Schweden weg begeben, mit sich dahin genommen haben sollte, etwas antreffen könnte; sondern auch aus denen in Deutschland eroberten Orten die raresten codices nach Schweden bringen ließ.

Über das legte sie sich eine große Quantität der schönsten Münzen zu, wozu des berühmten Luckii Kabinett, welches sie an sich kaufte, und die herrlichen Medaillen so bei Eroberung Prag aus dem kaiserlichen Kabinett daselbst erbeutet worden — ein großes Beitrugen, wiewohl man doch davor hält, dass Monsieur du Fresne Trichet, welchen sie darüber gesetzet, ihr nicht allzu treulich hierunter vorgestanden, sondern viele der Kuriösesten, nebst vielen vortrefflichen Gemälden von den berühmtesten Künstlern, unter dem Vorwand, als ob sie von schlechter Importanz der Königin abgeschwatzt und mit sich nach Franckreich geschleppt.

Im übrigen ließ sie auch eine große Anzahl der vortrefflichsten Leute, unter anderen den weltberühmten Salmasium, Isaacum Vossium (welchen sie zwar Anfangs, weil er wider Salmasium geschrieben, nicht vor sich lassen wollen), Nicolaum Heinsium, Samuelem Bochartum, Gabrielem Naudæum, Johannem Freinshemium, Johannem Henricum Bœclerum, Renatum Descartes und andere nach Schweden rufen.

Der berühmte Menagius und Guido Patinus wurden auch verschrieben, allein sie haben sich entschuldigt, wiewohl der Erste anfänglich in seiner ecloga, deren er den Titel Christina geben, von Franckreich Abschied zu nehmen und sich schon zu der Reise zu schicken schiene.

An des Andern Stelle wurde hernachmals von Salmasio Bourdelot vorgeschlagen, welcher sich nicht lange bedachte nach Schweden zu gehen. Dieser Mensch, von welchem hernachmals so viel wird zu sagen sein, war eines Barbierers von Sens Sohn, und hieße eigentlich Michon; hat auch in seiner Jugend sich auf die Apothekerkunst gelegt, hernachmals eine Reise in Italien getan, und folgends sich als einen Medikum aufgeführt, wobei er denn vorgeben dürfen, dass er bei Papst Urbano VIII diese Funktion verwaltet, ja gar zum Kardinal gemacht werden sollen, wofern er länger bleiben wollen und nicht über Hals und über Kopf wieder nach Franckreich gangen wäre, welches aber die Wenigsten glauben wollen.

Den Namen Bourdelot hat er von einem seiner Vettern, welcher ihm unter anderen eine ziemlich feine Bibliotek, so auf 3,000 Reichstaler geschätzet war, vermacht angenommen. Er wollte für ungemein gelehrt und sonderlich vor einen trefflichen Poeten angesehen sein, allein die wenigsten seiner Landesleute haben ihm diese Qualitäten zugestehen wollen; vielmehr sieht man, dass Monsieur Chevreau ihn seiner Poesie halber mit Pelletier, Neuf-Germain und andern Pritschmeistern in eine Klasse setzt — ja, es haben etliche versichern wollen, dass er nicht drei Zeilen Latein ohne Schnitzer schreiben können, welches ich an seinen Ort gestellt sein lasse.

Ob er auch von der Religion so gar wenig Staat gemacht, wie ihm einige Schuld geben, will ich hier nicht untersuchen, sondern nur dieses noch erinnern: dass dieser Mensch durch seine Schmeichelei sich so tief bei der Königin insinuiert, dass nicht allein der berühmte Naudæus, sondern auch Monsieur Courtin, so Sekretarius bei der Königin war, und vor Bourdelots Ankunft in großen Gnaden stund, in Ungnaden verfielen und sich wieder zurück begaben — ja, dass auch die Vornehmsten des Königreichs ihm flattieren mussten, wovon in Zukunft mit mehreren wird zu sagen sein.

Damit sie nun mit diesen gelehrten Leuten sich besprechen könnte, stellte sie alle Donnerstage eine öffentliche Konferenz an, so sie deshalber Jovialem zu nennen pflegte, in welcher allerhand kuriöse Materien überlegt wurden.

Bei diesen Umständen nun, und da die Königin so eine große Affektion zu gelehrten Leuten bezeugte, hatte man wohl Ursach, sich zu verwundern, dass sie gegen den unvergleichlichen Hugonem Grotium, so sich bisher als königlicher schwedischer Gesandter in Frankreich aufgehalten, ganz anders erwiesen; inmaßen sie ihn nicht allein einige Zeit nach Antretung ihrer Regierung von der bisherigen Ambassade zurück berufen, sondern auch hernachmals bei der Abschiedsaudienz, so sie ihm vor seiner Abreise aus Schweden ertheilt, allerhand verdrießliche Worte laufen lassen; welche aber dieser vortreffliche Mann nicht weiter beantwortet, als dass er einen tiefen Reverenz gemacht und gesagt: "Madame, ich verbleibe Eurer Majestät untertänigster Diener", und damit seinen Abtritt genommen.

Welche Kaltsinnigkeit die Königin dermaßen verdrossen, dass sie auch gegen die Umstehenden sich vernehmen lassen; es wäre gleichwohl eine große Unhöflichkeit, dass er nicht einmal von ihr Abschied genommen. Allein ein bekannter Franzose, Namens Marigny, der eben dabei zugegen und allem Ansehen nach Grotio wohl affektioniert war, entschuldigte ihn und beredete die Königin, dass es in Frankreich die Mode wäre, mit solchen worten Abschied zu nehmen; so sie denn endlich geglaubt und Grotio noch ein Präsent an Kupfer von mehr als 13,000 Taler nachgeschickt.

Doch hat auch im übrigen die große Affektion, so sie gegen die andern jetzterwähnte Personen bezeugt nicht allzu lange gewährt, sondern sie ist ihrer, weil sie ihr nicht galant genug zu sein dauchten, bald überdrüssig worden; dahero auch die meisten, als Salmasius, Vossius, Bochartus, Freinshemius, Bœclerus und andere, einer nach dem andern, ziemlich unvergnügt weggewandert. Wiewohl etlichen ein jährlich Gnadengeld bei ihrer Abreise war versprochen, aber nachmals nicht allzu richtig bezahlt worden.

Der einzige Bourdelot hat sich noch einige Zeit bei ihr in vorigen Gnaden erhalten, ungeachtet die königliche Frau Mutter; Pfalzgraf Karl Gustav, so zu ihren künftigen successore deklariert war; Graf Magnus de la Gardie, und die meisten Reichsräte samt der ganzen Klerisei ihm Spinnefeind waren, teils weil sie ihn in Verdacht hielten, als ob er die Königin zu allerhand übeln Gedanken von der Religion und Gottes Wort verleitete, teils und sonderlich Graf Magnus, weil Bourdelot von ihm gegen die Königin schimpflich geredet haben soll. Allein die Königin war von diesem Menschen einmal so eingenommen, dass sie, was wider Bourdelot vorgebracht ward, eine lange Zeit durchaus nicht annehmen wollte; ja, sogar den Graf Magnus de la Gardie deshalber disgrazierte und ihre leibliche Frau Mutter seinethalber Übel anließ.

Denn, als diese auf Einraten etlicher Reichsräte sich wagte vor ihrer abreise nach Nyköping, ihr einzureden und vorzustellen, wie die Geistlichkeit und das gesamte Volk sich über Bourdelot beschwerten und Sorge trügen, dass er ihr solche Maximen beibringen würde, welche mit ihrer Vorfahren Religion nicht wohl beisammenstehen könnten; wiewohl sie (die Frau Mutter) nicht hoffen wollte, dass, nachdem der Königin leiblicher Vater, der große Gustavus Adolphus, mit solchem Ruhm selbige bekennt und verteidigt, auch sein Leben davor aufgeopfert, sie die Königin anjetzo sich etwas so damit nicht übereinstimmte, würde bereden lassen.

Hatte sie ihr eine Weile zwar geduldig zugehört, allein, wie die Predigt zu lange dauren wollen, war sie ihr in die Rede gefallen und hatte geantwortet, sie erkennte sich zwar der Frau Mutter wegen ihrer wohlgemeinten Warnung verbunden; allein es wäre diese Materie vor si[e] beide zu hoch, und demnach besser, dass man sie denen Priestern überließe; auch, als jene wieder anfangen wollen, mit einer zornigen Miene gesagt, sie wüsste diejenigen wohl, die sie bewegt dergleichen Reden zu führen, und wollte selbige lehren wer sie die Königin wäre, dass sie gewiss ihre Unbedachtsamkeit bereuen sollten.

Worauf sie davon [ge]gangen, auch, als man ihr zwei Stunden darauf zu verstehen geben, dass ihre Frau Mutter so sehr weinte und niemand vor sich lassen wollte, ganz kaltsinnig zur antwort geben: "Sie ist Schuld daran; warum hat sie sich diese Verdrießlichkeit zugezogen?"

Doch, etliche Stunden hernach, als man ihr gesagt, dass ihre Frau Mutter sich gar nicht zufrieden geben wollte, hat sie selbige wieder besucht und sehr freundlich begegnet ohne dessen, was vorgangen, im geringsten zu erwähnen, wodurch diese sich denn auch zwar wieder etwas stillen lassen, gleichwohl ihre Reise nach Nyköping fortgesetzt.

Weil nun die Königin sich des Bourdelot mit solchem Eifer annahm, so konnten seine Widerwärtigen eine geraume Zeit nichts richten; ja, sie mussten vielmehr den Hass so sie gegen ihn hegten, verdrucken, und ihn auf alle Weise, der Königin zu gefallen, karessieren; Gestalt man denn unter andern observiert, dass fast alle grandes ihm bei Antritt des 1653ten Jahres Neujahrsgeschenke so reichlich geschickt, dass sich selbige zusammen über 20,000 Taler belaufen haben. Ja, als er bald nach dem Wortwechsel, den die Königin mit ihrer Frau Mutter seinetwegen gehabt, in eine Krankheit gefallen, haben ihn alle die vornehmsten am Hofe, ja die Königin selbst, besucht.

Endlich, weil er sogar verhasst bei jedermann war, musste sich die Königin entschließen, dass sie, um größer Unglück zu vermeiden, ihm seine Dimission gab, worauf er sich denn wieder nach Frankreich gewendet; nachdem ihm die Königin über eine Abtei von 2,000 Taler jährlichen Einkommens, so sie ihm in Frankreich kurz zuvor zu Wege bracht, auch bei seiner Abreise nebst einem Rekommendationschreiben an die Königin in Frankreich 10,000 Taler bar Geld und 20,000 Taler an Wechselbriefen auf den Weg gegeben, und ihn in einer von ihren Karossen bis auf die Gränzen von Dänemark bringen lassen.

So hatten auch Pfalzgraf Karl Gustav selbst und sein Bruder Johann Adolph [sic], ungeachtet sie ihm Spinnenfeind waren, der Königin zu Liebe ihm ihre Bildnis, davon das Erste auf 2,000, das andere auf 1,000 Taler geschätzt wurden, verehrt; wiewohl dieses Pfalzgraf Karl Gustaven so schwer eingangen, dass er einen ganzen Tag zugebracht, ehe er sich dazu resolvieren können, bis ihn endlich einer von seinen vertrautesten erinnert, dass er die Königin, der er solches zu tun einmal versprochen heftig erzürnen würde; wofern er es nunmehr retraktieren wollte, dass er also sich darinnen endlich überwunden.

Wie über dem ein jedweder am Hofe auf ihn Regard machen müssen, ist aus folgender Begebenheit, welche wenigen bekannt, zur Genüge zu erkennen. Es hatte Monsieur Bourdelot angestellt, dass der alte Marcus Meibomius, der sich einbildete, dass er die musicam veterum, davon er ein gelehrtes Werk geschrieben, sonderlich verstünde, und damals bei der Königin bibliothecarius war, eine Konzert aus der alten Musik in Gegenwart der Königin absingen, und Naudæus danach tanzen sollte.

Weil aber Meibomius eine schlechte Stimme hatte, und daher ein groß Gelächter entstand, wurde er darüber so tolle, dass er dernach mit dem Bourdelot, den er Schuld daran zu sein vermeinte, auf der Bibliothek anbund, ihn einen Ignoranten schalt und gar an den Hals schlug. Allein, wie es Bourdelot der Königin klagte, sagte sie, warum er ihn nicht durch die Pagen hätte lassen zum Fenster hinaus schmeißen; und musste Meibomius sein Bibliothekariat und Schweden quittieren.

Allein, nachdem Bourdelot kaum den Rücken gewendet, so war auch die große Gnade aus; und redete die Königin auf das Schimpflichste von ihm, sogar, dass, als sie ein Paket aus Frankreich bekam und einen Brief von ihm darinnen gefunden, sie selbigen nicht einmal geöffnet, sondern vor die Nase gehalten und gesagt: "Pfui, wie stinkt das nach Artzenei!", auch darauf das Schreiben weggeworfen.

Ja, als sie bald hernach Monsieur du Fresne einiger Sachen halber, davon sie vormals mit Bourdelot geredet und ihm die Direktion versprochen hatte, nach Frankreich gesendet, hat sie ihm ausdrücklich verboten, dass er nichts mit Bourdelot daraus kommunizieren sollte, weil sie mir diesem Menschen durchaus nichts weiter zu schaffen haben möchte. Allein die principia, so er der Königin von der Religion und andern Dingen einmal beigebracht, sind mehr als zu Wohl beklieben, und haben sich immer mehr und mehr zu jedermanns Bestürzung geäußert.

Man hat unter anderen von ihr vorgegeben, dass sie davor gehalten:

Man müsste Gott lieben, als den Ursprung und die Quelle alles Guten; man müsste denselben aber nicht fürchten, weil es sich nicht wohl reimte, vor einem solchen Wesen sich zu fürchten, welches seiner Eigenschaft nach Gut sei und nichts Böses tun könne. Vor denen bösen Menschen aber müsste man sich fürchten, welche des Nächsten Ehre, Leben und Güter auf tausenderlei Art beschädigen könnten, und dieses wären die rechten Teufel, welche das gemeine Volk so steif und fest glaubte.

Ein verständiger Mensch sollte sich niemals etwas reuen lassen, auch nicht verzeihen, weil beides eine Unbeständigkeit in sich begreife. Man sollte zwar zuvor wohl überlegen, was man tun wollte, aber den einmal gefassten Schluss nimmermehr ändern. Die sonderbaren Meinungen wären die allerbesten, weil die allgemeinen meistenteils verderbt und mit allerhand Aberglauben und Irrtümern befleckt wären.

Was man Religion nenne, sei ein bloßer Betrug, weil doch die Menschen einmal betrogen sein wollten. Es wäre ja unmöglich, dass ein Glaube welcher die Augen verblende, und ihnen das Nachdenken und Räsonieren verbiete, wahr sein sollte; und warum sollte man doch dasjenige was man mit der Vernunft nicht begreifen könnte glauben, ja noch dazu sich verbündlich machen, es zu glauben?

Das wäre ja recht, als wenn man dem Menschen zumuten wollte, dass er sich selber die Augen ausstechen solle, um desto besser zu sehen. So viel verschiedene Sekten, so in die vier Teile der Welt ausgebreitet worden, wären nur Träume und Einbildungen etlicher Leute, die solche teils aus Einfalt, teils als Schalkheit, um sich dadurch einen großen Namen zu machen, aufgeworfen hätten.

Platonis Meinung von der allgemeinen Seele der Welt, deren die Menschliche ein Stück wäre, sei so wahrscheinlich, dass sie sich verwundete, warum nicht alle Gelehrte selbige angenommen? Sie ihres Orts glaube keine andere Unsterbligkeit der Seelen, als diejenige, welche sich in diesem allgemeinen Geiste befinde, in welchem die Anderen nach ihrem Tode wieder zurückkehrten.

Moyses sei so ein großer Betrüger als verständiger Mann gewesen, und getraue sie sich zu behaupten, dass das bei dem Durchgang der Israeliten durch das Rote Meer angegebene Wunderwerk ein falsches Vorgeben und alles von ihm durch die Ebbe und Flut, von welcher Eigenschaft des Meeres er gute Nachricht gehabt, verbracht worden.

Nun lasse ich zwar dahin gestellt sein, ob dieses alles sich eben in der Wahrheit also verhalten. Allein dass sie doch sonst allerdings seltsame Meinungen von der Religion gehabt, ist mehr als zu gewiss; und kann man solches unter anderen aus dem Diskurs, den sie kurz vor Aufgebung der Regierung gegen ihre Frau Mutter geführt, abnehmen.

Denn als zu Nyköping über der Tafel erzählt ward, dass des General Fleetwoods Gemahlin, so der augsburgischen Konfession zugetan gewesen, und ihre mit ihm erzeugte Töchter auch in solchem Glauben bisher aufziehen lassen, gestorben, und der General durchaus haben wollte, dass seine Töchter in der reformierten Religion hinführo erzogen werden sollten, hatte sie die Königin anfangs gesagt: "Es wäre schade um die armen Kinder, dass sie so um ihre Seligkeit gebracht würden."

Als nun die verwittibte Königin darauf antwortete, sie hielte dafür, dass man auch bei der reformierten Religion wohl selig werden könnte, wenn man sonst fromm und gottselig lebte, replizierte jene, sie (die Frau Mutter) wäre keine gute Lutheranerin wofern sie dieses glaubte; doch wunderte sie sich darüber nicht, denn weil ihr Herr Vater der reformierten Religion zugetan gewesen, so könnte man sich leicht einbilden, dass sie noch immer innerlich zu derselben inklinierte.

Dieser Vorwurf verdross die verwittibte Königin so sehr, dass sie auch mit ziemlicher Heftigkeit antwortete, sie wäre allerdings eine gute Lutheranerin und wollte nichts mehr wünschen, als dass sie, die Königin, es so wohl als sie wäre, oder doch zum wenigsten, dass sie nicht schlimmere Meinung von der Religion hätte, als etwa die Reformierten; so aber hätte man eine geraume Zeit her verspüren müssen, dass sie solche Reden geführt, die mit der lutherischen Religion nicht wohl überein kämen; und gläubte sie nicht, dass, wenn ihr Herr Vater König Gustavus Adolphus noch leben sollte, sie dergleichen hätte führen dürfen.

Die Königin versetzte darauf: "Es ist mir leid, dass er gestorben; doch bin ich versichert, dass wenn er lebte, ich ihm dasjenige, was ich gesagt, zur Genüge wollte erwiesen haben."

"Und was wollte die Frau Mutter wohl davon halten, wenn ich sagte (wie viele versichern), dass alle Menschen werden selig werden, die Beiden so wohl als die Christen?"

Über welchen Diskurs die verwittibte Königin sich so betrübt, dass sie fast die ganze Nacht mit Weinen zugebracht. Sonst hat sie [Christina], nachdem sie einmal die Regierung übernommen, sich überaus jaloux ihrer Autorität halber bezeugt, dahero sie auch durchaus haben wollen, dass fremde ministri dasjenige, was sie anzubringen hätten, ihr selbst unmittelbar vortragen sollten; Gestalt sie denn auch sonst der Uneinigkeit und Ämulation unter denen grandibus sich zu Befestigung ihrer Autorität artig zu gebrauchen gewusst, auch durchaus nicht verstatten wollen, dass ihre Leute andern Potentaten auf einigerlei Weise verpflichtet sein sollten.

Dahero sie denn unter anderen nicht zugeben wollen, dass Pfalzgraf Karl Gustav den Orden des Hosenbandes, welchen ihm der König von England zugedacht, annehmen, oder Graf Magnus de la Gardie sich zum Reichsfürsten machen lassen sollte.

In welchem Stücke sie der Königin Elisabeth von England nachahmete, von welcher man erzählt, dass, als König Heinrich der IV von Frankreich zwei Englischen von Adel, Niklas Clifford und Anton Shirley, wegen der guten Diensten, so sie ihm bei denen damaligen innerlichen Kriegen geleistet, in den Ritterorden von Sankt Michael aufgenommen, sie selbige nach ihrer Zurückkunft in haft nehmen lassen, und gezwungen, dass sie die Ordenskette wieder zurückschicken und ihre Namen aus dem Ordensregister wieder auslöschen lassen müssen, mit Vorgeben, dass, wie eine rechtschaffene Weibesperson ihre Augen auf niemand anders als ihren Ehemann richten; also auch ein Untertan auf niemand als seinen rechtmäßigen Oberherren sehen sollte, und könnte sie durchaus nicht leiden, dass ihre Schafe von einer fremden Hand gezeichnet würden, oder eines andern Hirten Pfeiffe folgen sollten.

Es ist auch vermutlich diese Jalousie über ihrer Autorität Ursach gewesen an der festen Resolution, die sie gefasst, sich niemals zu verheiraten, ungeachtet es ihr, wie leicht zu glauben, an Gelegenheiten nicht gefehlt.

English translation (my own):

The beginning of her reign was immediately made famous by the Peace of Brömsebro, which she concluded with the Crown of Denmark and which was so advantageous to the Crown of Sweden. This peace was concluded on August 13, 1645, through the mediation of the Crown of France, and in which Jämtland and Härjedalen, together with the islands of Gotland and Ösel, were ceded to the Swedes forever, but the province of Halland for 30 years.

This was followed several years later by the peace with Germany, which was concluded at Osnabrück, in which Sweden received the bishoprics of Bremen and Verden, the principality of Rugia, the duchy of Fore Pomerania, and from Farther Pomerania Stettin, Damm, Gollnow, the entire Oder river including the banks on both sides, and the expectation of the rest of Pomerania after the demise of the electoral and princely house of Brandenburg, as well as the dominion of Wismar, including the counties of Poel and Neukloster and the fort called Walfisch, as a fief of the realm for satisfaction, and more than 5 million riksdalers were paid to pay her militia.

Meanwhile, despite the many cares of ruling, she did not neglect to amuse herself with studies and all kinds of charming sciences, for which purpose she sought out the most curious books and scripts with great diligence and expense, and among other things she sent Mr. Ludolf to Rome at her own expense so that he could try to find any of the old letters that Johannes Magnus, Archbishop of Uppsala, had taken with him in the previous century when he left Sweden for religious reasons. She also had the rarest codices brought to Sweden from the places conquered in Germany.

In addition, she acquired a large quantity of the finest coins, to which she added Luckius' famous cabinet, which she bought for herself, and the magnificent medals which were captured from the imperial cabinet there at the time of the conquest of Prague — a great contribution, although it is believed that Monsieur du Fresne Trichet, whom she had put in charge, did not look after her very faithfully in this regard, but rather many of the most curious, along with many excellent paintings by the most famous artists, under the pretext that one had cajoled the Queen into getting rid of them due to their bad importance and dragged them along to France.

Moreover, she also summoned a large number of the most distinguished people to Sweden, among them the world-famous Saumaise, Isaac Vossius (whom she did not want to admit at first because he had written against Saumaise), Nicolaus Heinsius, Samuel Bochart, Gabriel Naudé, Johann Freinsheim, Johann Heinrich Boeckler, René Descartes and others.

The famous Ménage and Gui Patin were also invited, but they excused themselves, although the former initially seemed in his eclogue, to which he gave the title Kristina, to be saying goodbye to France and already preparing to travel.

Saumaise later suggested Bourdelot as the other candidate, but he did not hesitate to go to Sweden. This man, of whom much will be said later, was the son of a barber from Sens, and was actually called Michon. In his youth he had also studied the apothecary art, later travelled to Italy and then posed as a doctor, claiming that he was in charge of this function under Pope Urban VIII, and would even have been made a cardinal if he had wanted to stay longer and not rushed back to France, which very few people would believe.

He took the name Bourdelot from one of his uncles, who, among other things, left him a rather fine library, valued at 3,000 Reichstalers. He claimed to be extremely learned and especially regarded as an excellent poet, but very few of his countrymen were willing to grant him these qualities; rather, one sees that Monsieur Chevreau puts him in the same class as Pelletier, Neuf-Germain and other buffoons because of his poetry — indeed, some have wanted to assure that he could not write three lines of Latin without making a mistake, which I will put in its place.

I will not examine here whether he made as little of a show of religion as some blame him for, but I will only remind you that this man, through his flattery, insinuated himself so deeply with the Queen that not only the famous Naudé, but also Monsieur Courtin, who was secretary to the Queen and who was in great favour before Bourdelot's arrival, fell into disgrace and returned home — indeed, that even the noblest men of the kingdom had to flatter him, of which more will be said in the future.

So that she could now speak with these learned people, she held a public conference every Thursday, which she therefore used to call Jovial, in which all kinds of curious matters were discussed.

Under these circumstances, and since the Queen displayed such a great affection for learned people, there was reason to be surprised that she behaved quite differently toward the incomparable Hugo Grotius, who had previously served as royal Swedish ambassador in France. Not only did she recall him from his previous embassy some time after her accession to her reign, but she also subsequently uttered all sorts of peevish words at the farewell audience she granted him before his departure from Sweden. To these, however, this excellent man offered no further response than to make a profound bow and say: "Madame, I remain Your Majesty's most humble servant", and he thus departed.

This coldness so irritated the Queen that it even made itself heard by those around her; it would nevertheless be a great impoliteness that he had not even taken leave of her. However, a well-known Frenchman named Marigny, who was present at the time and, by all appearances, was quite affectionate to Grotius, excused him and persuaded the Queen that it was the fashion in France to take leave with such words; so she finally believed him and sent Grotius a gift of more than 13,000 dalers in copper.

However, the great affection she showed toward the other persons just mentioned did not last very long, but she soon grew weary of them because they seemed insufficiently gallant to her. Therefore, most of them, such as Saumaise, Vossius, Bochart, Freinsheim, Boeckler, and others, departed one after another rather disgruntled. Although several of them had been promised an annual stipend upon their departure, this was not properly paid afterward.

Bourdelot alone remained with her for some time in his former favour, despite the fact that her royal lady mother; Count Palatine Karl Gustav, who had been declared her future successor; Count Magnus de la Gardie, and most of the councilmen, along with the whole clergy, were utterly hostile to him, partly because they suspected him of leading the Queen into all sorts of evil thoughts about religion and the Word of God, and partly and especially Count Magnus, because Bourdelot was said to have spoken slanderously against the Queen through him. However, the Queen was once so taken with this man that for a long time she would not accept anything that was said against Bourdelot; indeed, she even disgraced Count Magnus de la Gardie for it and accused her own natural lady mother of evil on his account.

For when, on the advice of several councilmen, she dared, before her departure to Nyköping, to persuade her and represent to her how the clergy and all the people complained about Bourdelot and were worried that he would teach her maxims which could not be in harmony with the religion of her forefathers; although she (the lady mother) did not want to hope that, after the Queen's natural father, the great Gustav Adolf, had so famously confessed and defended it, and had even sacrificed his life for it, she would now allow the Queen to be persuaded to do anything that did not agree with it.

She had listened to her patiently for a while, but when the sermon seemed to be going on too long, she interrupted her and replied that she felt a sense of solidarity with her lady mother for her well-intentioned warning; but that this matter was too difficult for both of them, and it would therefore be better to leave it to the priests. And when they were about to begin again, she said with an angry mien that she knew very well those who had persuaded her to make such statements, and she wanted to teach them who she, the Queen, was, so that they would surely repent of their thoughtlessness.

Whereupon she left. Even when two hours later one gave her to understand that her lady mother was crying so much and would not let anyone see her, she replied quite coldly: "It's her fault; why has she brought this annoyance upon herself?"

However, several hours later, when it was told her that her lady mother would not at all let herself be satisfied, she visited her again and treated her very kindly without mentioning what had happened, which did calm her down somewhat, but she nevertheless continued her journey to Nyköping.

Because the Queen took Bourdelot under such zeal, his enemies were unable to remedy her situation for a considerable time. Indeed, they had to suppress the hatred they harboured against him and caress him in every way in order to please the Queen. Among other things, it has been observed that almost all the grandees sent him such lavish New Year's gifts at the beginning of 1653 that they totaled over 20,000 dalers. Indeed, when he fell ill shortly after the quarrel between the Queen and her mother concerning him, all the most distinguished people at court, including the Queen herself, visited him.

Finally, because he was hated by everyone, the Queen had to decide to give him his dismissal in order to avoid greater misfortune, whereupon he returned to France; after the Queen had given him an abbey with an annual income of 2,000 dalers, which she had recently arranged for him in France, and after he had left, she also gave him 10,000 dalers in cash and 20,000 dalers in bills of exchange, along with a letter of recommendation to the Queen of France, and she had him brought to the borders of Denmark in one of her carriages.

Thus, Count Palatine Karl Gustav himself and his brother Johan Adolf [sic], despite being his worst enemy, had, out of love for the Queen, presented him with her portraits, the first of which was valued at 2,000 and the other at 1,000 dalers; although this had been so difficult for Count Palatine Karl Gustav that he spent a whole day before he could decide to do it, until finally one of his closest friends reminded him that he would greatly anger the Queen, to whom he had once promised to do this, if he were to retract it, so that he had therefore finally overcome his fear.

How much everyone at court had to show regard for him is clearly evident from the following incident, which is known to few. Monsieur Bourdelot had arranged for old Marcus Meibomius, who imagined himself to have a special understanding of ancient music, on which he had written a learned work, and who was then the Queen's librarian, to sing a concert of ancient music in the Queen's presence, and for Naudé to dance to it.

But because Meibomius had a bad voice, which caused much laughter, he became so furious that he dragged Bourdelot, whom he believed to be responsible, to the library, called him an ignoramus, and even punched him in the neck. But when Bourdelot complained to the Queen, she asked him why he had not had the pageboys throw him out the window; and Meibomius had to quit his position as librarian and quit Sweden.

But as soon as Bourdelot had turned his back, the great grace was gone; and the Queen spoke of him in the most disgraceful manner, so much so that when she received a parcel from France and found a letter from him inside, she did not even open it, but held it up to her nose and said: "Ugh, how it stinks of medicine!", and then threw the letter away.

Indeed, when she soon afterward sent Monsieur du Fresne to France on account of some matters she had previously discussed with Bourdelot and promised him the direction of, she expressly forbade him from communicating anything with Bourdelot about them, because she absolutely did not want to have anything more to do with that man. But the principles he once taught the Queen about religion and other matters were more than well received and, to everyone's consternation, have become more and more apparent.

Among other things, it has been claimed that she held the following:

One should love God as the origin and source of all good; but one should not fear Him, because it does not make sense to fear such a being who is inherently good and can do no evil. But one should fear evil men, who can damage one's neighbour's honour, life, and property in a thousand different ways, and these are the real devils whom the common people so stiffly and firmly believe in.

A prudent person should never regret anything nor forgive, because both involve inconstancy. One should consider carefully beforehand what one intends to do, but one should never change a conclusion once formed. The peculiar opinions are the very best, because the common ones are mostly corrupt and tainted with all kinds of superstitions and errors.

What is called religion is a mere deception, because people want to be deceived once in a while. It would be impossible for a belief that blinds the eyes and forbids reflection and reasoning to be true; and why should one believe what one cannot comprehend with reason, and why even make oneself obliged to believe it?

That would be like asking people to put out their own eyes in order to see better. So many different sects, spread throughout the four corners of the world, would be merely the dreams and fantasies of a few people, who had created them partly out of naïveté, partly out of mischief, so as to make a great name for themselves.

Plato's opinion of the universal soul of the world, of which the human soul is a part, was so probable that it was unsettling. Why did all scholars accept it? For her part, she believed in no other immortality of souls than that which resides in this universal spirit, to which others return after their death.

Moses was as great a deceiver as he was a prudent man, and she dared to assert that the miracle attributed to the Israelites' passage through the Red Sea was a false pretense and that everything had been caused by the ebb and flow of the tides, of which property of the sea he had good news.

Now, I will leave it open whether all this is actually true. However, it is more than certain that she otherwise had strange opinions about religion; and this can be inferred, among other things, from the discourse she had with her lady mother shortly before she gave up the government.

For when it was reported at the table in Nyköping that General Fleetwood's wife, who had been devoted to the Augsburg Confession and had also raised her daughters with him in that faith, had died, and the General was determined that his daughters should henceforth be raised in the Reformed religion, the Queen had at first said: "It would be a shame for the poor children that they should be deprived of their salvation in this way."

When the widowed Queen replied that she believed that one could also be saved in the Reformed religion if one otherwise lived a pious and godly life, the Queen replied that she (the lady mother) would not be a good Lutheran if she believed this; but she was not surprised by this, for since her lord father had been devoted to the Reformed religion, one could easily imagine that she still inwardly inclined towards it.

This reproach annoyed the widowed Queen so much that she replied with some vehemence that she was indeed a good Lutheran and wished for nothing more than that she, the Queen, should be as well as she was, or at least that she should not have a worse opinion of religion than, say, the Reformed; but one should have sensed for some time that she had made such statements that were not in harmony with the Lutheran religion; and she did not believe that if her lord father, King Gustav Adolf, were still alive, she would have been allowed to make such statements.

To this the Queen replied: "I am sorry that he is dead; but I am assured that if he lived, I would have done him justice for what I have said."

"And what would my Lady Mother think if I said (as many assure) that all people will be saved, both them and the Christians?"

The widowed Queen was so distressed by this discourse that she spent almost the entire night weeping. Otherwise, after taking over the government, she [Kristina] showed herself extremely jealous of her authority, and therefore she insisted that foreign ministers should present their proposals directly to her. Moreover, she also knew how to use the dissension and emulation [jealousy, rivalry] among the grandees to strengthen her authority, and she absolutely refused to allow her people to be in any way beholden to other potentates.

Therefore, among other things, she did not want to allow Count Palatine Karl Gustav to accept the Order of the Garter, which the King of England intended for him, or Count Magnus de la Gardie to allow himself to be made a prince of the Realm.

In this respect she imitated Queen Elizabeth of England, of whom it is said that when King Henry IV of France admitted two English noblemen, Nicholas Clifford and Anthony Shirley, into the Order of St. Michael for the good services they had rendered him during the internal wars at that time, she had them imprisoned upon their return and compelled them to return the chain of the Order and to have their names blotted out from the register of the Order, on the grounds that, just as an upright woman should fix her eyes on no one but her husband, so too should a subject look on no one but his rightful overlord, and she could not at all tolerate that her sheep should be marked by a strange hand or should follow the pipe of another shepherd.

It was probably this jealousy of her authority that led to her firm resolution never to marry, despite the fact that, as is easy to believe, she had no lack of opportunities.


Above: Kristina.


Above: Pierre Bourdelot.


Above: Maria Eleonora.


Above: Christian Stieff.

Notes: Ösel is the old German and Swedish name for the Estonian island of Saaremaa.

Stettin is the German name for the town of Szczecin in what is now the West Pomeranian Voivodeship in Poland.

Damm is the German name for Dąbie, a municipal neighbourhood of Szczecin (Stettin) in what is now the West Pomeranian Voivodeship in Poland.

Gollnow is the German name for Goleniów, a town in what is now the West Pomeranian Voivodeship in Poland.

Walfisch is an uninhabited island in the Bay of Mecklenburg in the Baltic Sea. During the Thirty Years' War there was a fortress there, but it was destroyed in 1717 after the Northern Wars, and today the island is a nature reserve.