Friday, January 22, 2021

Kristina's letter to Alexander von Erskein, dated

Source:

https://apw.digitale-sammlungen.de/search/display.html?start=90&q=Christina&lang=en&whenYear_int=1648&rows=10&mode=comfort&id=bsb00056725_00095_dok0288

The letter:

Wir haben aus Ewrem vom 16. Maii aus Nürnberg an unsere commissarios zu Oßnabrügge abgangenem schreiben gantz gerne vernommen, waßgestalt Ihr auff der reise dahin begriffen und mit unser generalitet und gesampter soldatesque antwordt als mit instruction versehen, dem puncto satisfactionis militiae beyzuwohnen und denselben zu desto beßerer und endtlicher richtigkeit bringen zu helffen. Gleichwie wir nun verhoffen wollen, Ihr werdet daselbst für ankunfft dieses wohl angelanget sein, also zweiffeln wir nicht, Ihr werdet Euch euserstes fleißes angelegen sein laßen, diesen importanten punct dergestalt zu negotiiren und zu befürdern, wie es der sachen nothdurfft und wichtigkeit an sich selbsten erfordert und wir daß gute vertrawen zu Ewren bekanten fleiß und dexteritet in gnaden gerichtet haben, demnach wir nun die gute undt tapfere dienste, so unßere soldatesque unß und den allgemeinen evangelischen wesen undt ständen in Teutschlandt nun so vil jahr hero mit dero sonderbahrer nachruhm so gar standthafftig und unabsetzlich erwiesen, billig hoch aestimiren, so haben wir unß auch iederzeit zum höchsten angelegen sein laßen, für deroselben contentement und satisfaction bey denen ietzigen friedenstractaten gute sorge zu tragen und dieselbe durch unsere commissarios auffs fleißigste zu urgiren und zu befürdern. Wir vernehmen auch, daß die stände dazu zwar nicht ungeneigt, wegen des quanti aber die meisten difficulteten erwegen und sich mit der notorischen landtsruin und unvermögenheit beruffen thun. Nun haben wir zwar gemelten ständen bey dieser post beweglich zugeschrieben und ihnen die nothwendigkeit dieses puncts und, wie ohne billigmeßige erorterung deßelben kein beständiger friede zu hoffen, behorlich repraesentiret, allein weill man auch anderntheils eine reflexion auff diese der stände eingewandtes unvermögen und andere dabey fürfallende respecte billig tragen muß, und solchem nach dahin zu trachten, wie unter dießer unser getrewen und wohlmeritirten soldatesque postulatis und der stände anerbiethen ein solches temperament zu treffen werden möge, daß beydes, der militie meriten undt billichmeßige recompens und der stände vermögen bey ietzigen ihren zustande in gute acht genommen und dergestalt proportioniret werden, damit durch gar zu harte anstrengung der stände und beharrung auff den extremiteten zu einer ruptur dieser so kostbahren und langgewehreten tractaten einiger ursach oder anlaß nicht gegeben werden möge. So zweiffeln wir zwar nicht, es werde die soldatesque ingesampt, sowohl ein ieder cavallier in particulier ein solches bey sich von selbst und wohl consideriren und auß liebe kegen ihren vaterlandt in ihre mittstände und patrioten bey diesen ihren ietzigem bedrücktem zustandt auffs allerhöchste nicht dringen, sondern mit dem, waß practicabel und einer in der stände kräfften ist, amore pacis et patriae gerne […]. Will aber ein solches alles bey denen ietzigen tractaten wohl und weißlich negotiiret sein will, damit beydes, die soldatesque und stände, soviel müglich bey guter humeur erhalten werden möge, so haben wir nicht unterlaßen können, Euch diese sache hiemit nochmahlig zum höchsten und besten zu recommendiren, mit gnädigstem willen und befehl, daß Ihr dieses alles mit unsern commissarien wohl überleget und beyderseits mit aller dexteritet und fleiß dahin trachtet, daß obiger scopus erhalten und beydes, unter der militiae postulatis und der stände unvermögenheit, eine solche proportion und temperament getroffen werden möge, damit dan auff diesen punct nunmehr mehrentheilß beruhender und herfürblickender friede umb so viel mehr befürdert undt zu seiner völligen perfection gebracht werden möge, zumahlen wir vernehmen, daß die stände albereit zu einer ziemblich summa sich erbothen haben sollen, auch vielleicht sich noch wohl etwas höher angreiffen möchten. Welches wir also unsern commissarien gleichmeßig zugeschrieben, und nicht zweiffellen, sie mit und nebst Euch hierinnen allen eusersten fleiß anwenden werden.


Above: Kristina.


Above: Alexander von Erskein.

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